BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel

Nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts verkünden Ministerin Trautner und Minister Holetschek Änderungen im Umgang mit Corona in den bayerischen Kitas.

167
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayern beschließt Testpflicht für ungeimpfte Kita-Beschäftigte

Nicht vollständig geimpfte Kita-Beschäftigte müssen sich ab 20. September dreimal wöchentlich auf Corona testen. Das beschloss das bayerische Kabinett in München. Zudem sollen Kommunen die Möglichkeit bekommen, in Kitas PCR-Pooltests vorzunehmen.

167
Per Mail sharen
Von
  • Petr Jerabek
  • Ute Rauscher

Das bayerische Kabinett hat eine Testpflicht für Kita-Beschäftigte beschlossen: Wenn sie weder genesen noch vollständig geimpft sind, müssen sie vom 20. September an dreimal pro Woche einen negativen Testnachweis vorlegen oder einen Selbsttest machen, um die Kindertageseinrichtung oder Heilpädagogischen Tagesstätte betreten zu dürfen, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Eine solche Testnachweis-Pflicht für die ungeimpften Beschäftigten erhöhe "die Sicherheit bei uns in den Kitas noch mal erheblich", sagte Familienministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung. Daher freue sie sich, dass Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) eine solche Regelung jetzt für umsetzbar halte.

Holetschek betonte, diese Pflicht sei "gut und richtig" - auch mit Blick auf Reiserückkehrer und die Tatsache, dass es für Kita-Kinder ja noch keine Corona-Impfung gebe. Damit werde "im Gleichlauf mit den Schulen" mehr Sicherheit "ins System" gebracht. Für Lehrer gilt laut Kultusministerium bereits die Regel, dass sie sich dreimal pro Woche testen lassen müssen, wenn sie nicht genesen oder vollständig geimpft sind.

Freistaat will PCR-Pooltests in Kitas ermöglichen

Um die Sicherheit in Kindergärten, Krippen und Horten zu erhöhen, wird laut Trautner das Testkonzept "um eine weitere Säule" erweitert. Künftig könnten die Kommunen - gemeinsam mit den Trägern und unter Einbeziehung der Eltern - selbst entscheiden, ob sie weiterhin Berechtigungsscheine für Antigen-Schnelltests ausgeben oder auf PCR-Pooltests umstellen wollen.

Eine zentrale, flächendeckende Steuerung der PCR-Pooltestung - wie es sie an den Grund- und Förderschulen geben wird - sei "aus logistischen Gründen nicht umsetzbar", erläuterte die Ministerin. Dafür werde die Möglichkeit einer "dezentralen, regionalen Einführung von PCR-Pooltestungen" geschaffen.

Das Land zahlt, die Kommune muss sich kümmern

Um die Organisation muss sich aber jede Kommune selbst kümmern, falls sie PCR-Pooltests in Kitas möchte. "Der Freistaat wird die Kosten pauschal übernehmen, wenn sich eine Kommune zusammen mit den Trägern eben für die Pooltests entscheidet, diese in eigener Verantwortung beschafft, anbietet und auch durchführt", schilderte Trautner. Dazu werde "zeitnah" ein eigenes Förderprogamm aufgelegt. Sie müsse aber noch um etwas Geduld bitten. "Es wird nicht gleich morgen umgesetzt werden können."

Bisher geben die Einrichtungen Berechtigungsscheine an Eltern aus, mit denen diese in der Apotheke Antigen-Schnelltests für ihre Kinder erhalten.

Trautner: Infektionsgeschehen in Kitas gering

Oberstes Ziel sei es, die Kitas offen zu halten, bekräftigte Trautner. Die Situation in den Einrichtungen in Bayern sei weiter sehr gut, das Infektionsgeschehen sei gering. Ende vergangene Woche seien 139 von 10.200 Kitas im Freistaat von einer Schließung betroffen gewesen. "Sieben davon sind lediglich ganz geschlossen."

SPD und Grüne: Pooltests kommen zu spät

Grundsätzliche Zustimmung zu den Lolli-Tests in Kitas kommt von der Landtags-SPD. Die familienpolitische Sprecherin Doris Rauscher kritisierte allerdings, dass die PCR-Pooltests erst jetzt eingeführt werden. "Wir haben sie bereits seit Mai gefordert und uns wurde immer nur erklärt, warum es nicht geht. Nun kommen sie, doch leider viel zu spät."

Die Grünen-Fraktion kritisierte, dass die Pooltests für Kita-Kinder erst eingeführt würden, nachdem "der Druck von außen zu hoch" geworden sei. Nun müsse die Ankündigung schnell in die Tat umgesetzt und die versprochene Kostenübernahme durch den Freistaat vollumfänglich gewährleistet werden, forderte Becher.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!