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Bayern beschließt Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Sven Simon

Ab morgen gelten strengere Regeln: Wer aus einem Risikogebiet, also zum Beispiel aus Österreich, nach Bayern einreist, muss nicht mehr nur in Quarantäne. Das Kabinett hat heute eine Corona-Testpflicht beschlossen.

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Bayern beschließt Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten

Kurz vor Weihnachten verschärft Bayern seine Regeln für Reisende: Das Kabinett beschloss eine Testpflicht für "alle Urlaubs- und Familienrückkehrer" aus Corona-Risikogebieten. Sie müssen innerhalb von 72 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen.

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Von
  • Petr Jerabek

Im Kampf gegen Corona verschärft die bayerische Staatsregierung die Regelungen zur Einreisequarantäne ein weiteres Mal: Ab Mittwoch muss jeder, der aus einem Corona-Risikogebiet im Ausland nach Bayern fährt oder fliegt, entweder schon bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorweisen oder umgehend zum Testen gehen, wie die Staatskanzlei nach Beratungen des bayerischen Kabinetts mitteilte. Auf BR-Nachfrage hieß es aus der Staatskanzlei, Schnelltests würden als ausreichender Nachweis anerkannt.

"Der Urlaub darf nicht zum Risiko werden. Die Sicherheit steht an erster Stelle", betonte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Dazu führt Bayern eine Testpflicht für Reiserückkehrer ein."

Testergebnis muss innerhalb von 72 Stunden vorgelegt werden

Schon jetzt gilt: Wer aus einem Risikogebiet im Ausland einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Corona-Test vorzeitig beendet werden. Jetzt kommt noch die Testpflicht hinzu: Laut Kabinettsbeschluss müssen alle Rückkehrer aus Risikogebieten innerhalb von 72 Stunden nach Einreise beim zuständigen Gesundheitsamt ein negatives Testergebnis vorlegen.

Für die Tests stehen laut Staatskanzlei die Testzentren an den Flughäfen oder die kommunalen Zentren bereit. An den Autobahnen sollen Hinweisschilder an die neue Verpflichtung erinnern. Idealerweise solle der Test schon im Ausland vorgenommen werden, hieß es weiter, allerdings höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Bayern.

Staatsregierung kündigt Kontrollen an

Um die Testpflicht durchzusetzen und "auf die Verantwortung jedes einzelnen hinzuweisen", wird es nach Angaben der Staatskanzlei auch Kontrollen bei den Reisenden und Familienheimkehrern geben. "Ordnungswidrigkeiten werden konsequent verfolgt."

Ab sofort und bis mindestens 6. Januar sollen die bayerische Polizei und die Bundespolizei verstärkt "Kontrollen im Grenzbereich sowie an Grenzübergängen sowohl auf dem Land- als auch auf dem Luftweg (Hauptreiserouten) durchführen". Dabei werde die Digitale Einreiseanmeldung (DEA) und die Ausgangssperre ab 21.00 Uhr überprüft, teilte die Staatskanzlei mit. Außerdem werde auf die Quarantänevorschriften hingewiesen.

Söder: Besser keine Reisen in Risikogebiete

Söder appellierte an die Menschen, auf Reisen in Risikogebiete ganz zu verzichten. "So bleiben alle besser geschützt", betonte der Ministerpräsident, der die Amtsgeschäfte derzeit aus der Quarantäne heraus führt. Am Montag war Staatskazleichef Florian Herrmann (CSU), der seit Monaten die Corona-Politik in der Staatskanzlei koordiniert, positiv getestet worden. Daraufhin begab sich Söder als dessen Kontaktperson ebenfalls in Quarantäne.

In den vergangenen Wochen hatte Söder mehrfach betont, dass ihm die Weihnachtsferien große Sorgen bereiten. Schließlich hätten sowohl die Sommer- als auch die Faschingsferien zu einer Ausbreitung von Corona geführt. Am Montag sagte er beim Besuch des Impfzentrums auf dem Münchner Messegelände: "Wir stehen vor einer echten Bewährungsprobe, das sind die Feiertage und die Ferien." Zum einen gebe es Urlauber, die in eines der traditionellen Reiseländer fliegen. Zum anderen reisten Menschen aus Bayern in ihr ursprüngliches Heimatland zu ihren Familienangehörigen.

Die meisten europäischen Länder gelten als Risikogebiete

Auf dem europäischen Festland gibt es aktuell nur noch in Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland, Norwegen und Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze) Regionen, die nicht als Risikogebiete eingestuft sind. Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Die Einstufung als Risikogebiet durch das Robert-Koch-Institut erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Die meisten europäischen Länder sind demnach Risikogebiete. Auch in Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über diesem Wert.

(Mit Material von dpa)

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