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Bayern bereitet sich auf die Afrikanische Schweinepest vor | BR24

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Jäger und Landwirte in Bayern sind alarmiert. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich aus. Für Menschen ist das Virus ungefährlich, für Schweine aber tödlich. Der Freistaat trifft bereits Vorbereitungen.

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Bayern bereitet sich auf die Afrikanische Schweinepest vor

Ein neues Virus wird wohl in absehbarer Zeit Deutschland erreichen: die Afrikanische Schweinepest (ASP). Für Menschen ist das Virus ungefährlich, für Schweine aber tödlich. Es soll nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Seuche Bayern erreicht.

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Schweinezüchter Thomas Schwab geht nur noch in spezieller Schutzkleidung auf seine Weide bei Alfeld im Nürnberger Land. Dort tummeln sich 44 Schweine, die das ganze Jahr draußen leben dürfen. Doch diese artgerechte Haltung könnte unmöglich werden, wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Bayern eingeschleppt wird. Nach Meinung von Experten ist das nur noch eine Frage der Zeit. Für Thomas Schwab und alle anderen Schweinezüchter in Bayern ist das eine existentielle Bedrohung.

Schweinepest wenige Kilometer vor Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, an der betroffene Schweine meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen sterben. Ursprünglich kommt die Erkrankung aus Afrika, doch seit 2007 breitet sie sich von Georgien über ganz Osteuropa aus. Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Institutes, das das Tierseuchengeschehen in Deutschland beurteilt, hat das Virus mittlerweile den Westen Polens erreicht, außerdem die Slowakei und Ungarn. Deshalb schätzt es die Gefahr, dass die ASP in absehbarer Zeit nach Deutschland eingeschleppt wird als hoch ein.

Bayern leitet Abwehrmaßnahmen ein

Das Bayerische Umweltministerium hat deshalb weitere Maßnahmen eingeleitet. So soll ein rund 100 km langer Zaun entlang der Straßen vor allem nach Tschechien das EInwandern von Wildschweinen verhindern. Außerdem wurden Drohnen angeschafft, die Wildbewegungen aus der Luft feststellen sollen. Außerdem wurde ein ASP-Früherkennungsprogramm gestartet, mit dem Schweinezüchter ihre Tiere testen lassen können. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, beklagt, dass es bisher aber kein bundesweit einheitliches Vorgehen gegen die ASP gibt.

© BR/Martin Gruber

Warnschild vor der Afrikanischen Schweinepest an der Autobahn

Reisende verbreiten das Virus weiter

Erkrankte Wildschweine, die über die Grenze wandern sind aber nur ein Teil der Gefahr. Wahrscheinlicher ist sogar, dass es durch Reisende eingeschleppt wird. Zum Beispiel LKW-Fahrer aus betroffenen Gebieten, die ein Wurstbrötchen mit infiziertem Fleisch wegwerfen. Das Virus überlebt in rohem Fleisch wie Salami oder geräuchertem Schinken. Wildschweine könnten diese Abfälle fressen und sich anstecken.

Wildschwein-Bestand soll schrumpfen

Deshalb kommt auch den Förstern und Jägern eine große Rolle bei der Vermeidung der Schweinepest zu. Sie sollen dafür sorgen, dass der Schwarzwildbestand in Bayern schrumpft. In den grenznahen Landkreisen wurden die Abschussprämien von 20 auf 100 Euro pro erlegtem Wildschwein erhöht. Jäger setzen vermehrt auf Drückjagden, bei denen etliche Tiere abgeschossen werden. Die Bayerischen Staatsforsten versuchen Jagdgäste zu animieren, mehr zu jagen, indem sie unentgeldliche Jagderlaubnissscheine ausgeben oder kleinere Schweine verschenken. Außerdem wurden Nachtsichtgeräte angeschafft.

Hoher wirtschaftlicher Schaden befürchtet

Für Schweinezüchter, wie den Bauern Thomas Schwab, stände die Existenz auf dem Spiel, wenn die Schweinepest nach Deutschland käme. Denn sobald ein Schwein infiziert ist, müsste der gesamte Bestand gekeult werden. Thomas Schwab verkauft sein Fleisch nur in der Region. Für größere Schweinebetriebe würde sich aber noch gravierender auswirken, wenn Deutschland seinen Status als "seuchenfreies Land" verlieren würde. Dann droht ein Exportstopp für Schweinefleisch in viele andere Länder. Deshalb sind die Schweinezüchter froh über alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um das Einschleppen der Seuche noch möglichst lange hinauszuzögern.

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