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Bayern baut Wildschutzzäune gegen die Afrikanische Schweinepest | BR24

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Wildzäune gegen die Afrikanische Schweinepest

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    Bayern baut Wildschutzzäune gegen die Afrikanische Schweinepest

    Bisher hat die Afrikanische Schweinepest Bayern noch nicht erreicht. Trotzdem ergreift der Freistaat einige Maßnahmen, um sich vor der Ausbreitung der Tierseuche zu schützen. An der A70 bei Schweinfurt etwa wurde ein Wildschutzzaun aufgebaut.

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    Von
    • Alisa Wienand

    Die angeblich "letzte Lücke" ist geschlossen: Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat bei einem Pressetermin den Wildschutzzaun an der A70 bei Schweinfurt fertiggestellt. Entlang der Bundesautobahnen im Norden und Osten Bayerns erstrecken sich nun lückenlos Zäune auf einer Strecke von 500 Kilometern, so das Ministerium. Sie führen von der Rhön über das Fichtelgebirge bis zum Bayerischen Wald. Der Freistaat will mit den Zäunen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern.

    Wildschutzzäune als vorsorgende Maßnahme

    Entlang der Grenze zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik sollen die Zaunanlagen laut Umweltministerium den Wildwechsel minimieren und die Jagd vereinfachen. 400.000 Euro hat das Umweltministerium für den Ausbau der Zäune zur Verfügung gestellt. Im nächsten Jahr sollen die Wild-Hindernisse auch im Süden Bayerns ausgebaut werden. In Deutschland hat die Afrikanische Schweinepest bisher Brandenburg und Sachsen erreicht. Bayern ist noch nicht betroffen. Die Wildschutzzäune seien daher eine vorsorgende Maßnahme, so Glauber.

    Mehr Geld für Jäger und eine Hundestaffel

    Neben den Zäunen hat das Umweltministerium einige weitere Maßnahmen eingeleitet. Ab Dezember gibt es bayernweit etwa eine höhere Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Wildschweinen. Anstelle von 20 Euro bekommen Jäger dann 70 Euro. In Grenzgebieten bleibt die Entschädigung bei 100 Euro. Um Wildbewegungen möglichst frühzeitig zu erkennen, kommen Drohnen zum Einsatz. Und außerdem baut der Freistaat eine Hundestaffel auf, um Kadaver von Wildschweinen, die möglicherweise an der Afrikanischen Schweinepest verendet sind, schnell aufzuspüren.

    Ziel: Zahl der Wildschweine verkleinern

    Ziel aller Maßnahmen ist es laut Umweltministerium, die Wildschweindichte weiter zu verringern. "Je geringer die Anzahl der Wildschweine, desto geringer ist die Gefahr, dass sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet", sagt Thorsten Glauber. Denn Wildschweine seien Hauptüberträger der Tierseuche.

    Der Schweinfurter Landrat Florian Töpper (SPD) unterstützt die Maßnahmen des Umweltministeriums. "Die Afrikanische Schweinepest hält sich an keine Grenzen. Sie kann jederzeit auftreten, an jeder Stelle in Bayern", sagt er. Eine zu große Dichte beim Schwarzwild könne dazu führen, dass die Afrikanische Schweinepest ausbricht und dann auch auf Hausschweinbestände übertragen wird. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, die Schweinepest tritt ausschließlich bei Haus- und Wildschweinen auf.

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    Wildschweine im Wald

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