BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Bayern-AfD wirft Flügelvertreter Georg Hock aus Landesvorstand | BR24

© dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Streit in der AfD

29
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bayern-AfD wirft Flügelvertreter Georg Hock aus Landesvorstand

Der Landesvorstand der Bayern-AfD hat mit Georg Hock einen weiteren Vertreter des rechtsnationalen Flügels aus seinen Reihen ausgeschlossen. Das hat der Landesvorsitzende der AfD, Martin Sichert, dem BR bestätigt.

29
Per Mail sharen
Teilen

In der von Grabenkämpfen zerrissenen bayerischen AfD verschärfen sich die Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Lagern. So wurde Georg Hock aus dem Landesvorstand ausgeschlossen, wie der BR erfuhr. Hock, der als Freund und Unterstützer von Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner gilt und die vergangenen Treffen des Flügels moderierte, wurde auf Antrag des Landesvorstandes und per einstweiliger Anordnung des AfD-Landesschiedsgerichts am 26.07.2019 für alle Parteiämter gesperrt.

Hock soll für Abschaffung der Unvereinbarkeitsliste plädiert haben

Damit ist Hock nicht mehr Mitglied des Landesvorstandes und Vorsitzender des Kreisverbandes Kulmbach. Zur Begründung sagte Sichert, Herr Hock habe bei dem Flügeltreffen in Greding Anfang Mai wie der zuvor aus dem Landesvorstand ausgeschlossene AfD-ler Benjamin Nolte für die Abschaffung der Unvereinbarkeitsliste plädiert. Diese sei laut Sichert eine der zentralen Positionen der AfD. Die Unvereinbarkeitsliste verbietet es aktiven und ehemaligen Mitgliedern rechtsextremer Gruppierungen wie der NPD, in die AfD einzutreten.

Sichert: "Unvereinbar mit seinem Amt"

Außerdem habe Hock mit dem selbsternannten "Freiherrn Wolfgang von Krauss", einem umstrittenen Ex-Mitglied der AfD, wider Anordnung des Landesvorstandes regen Kontakt gehabt und diesen in einer AfD-internen Chatgruppe von mehr als 30 Mitgliedern gebeten, beim Einlass des Flügeltreffens in Greding Anfang Mai mitzuhelfen. "Wer sich öffentlich im Namen der AfD äußert und sich dabei nicht an die Entscheidungen der Partei und die Inhalte der Bundessatzung hält, der handelt unvereinbar mit seinem Amt", so Sichert.

Hock sieht sich als Bauernopfer

Auf Anfrage des BR bestätigt Georg Hock die Verfügung gegen ihn. Die Einlassungen von Herrn Sichert dazu seien jedoch "stark verkürzt und unterschlagen ganz Wesentliches", sie seien deshalb manipulativ, so Hock. Auf BR-Nachfrage, was das "Wesentliche" denn sei, wollte Herr Hock nichts näheres erläutern. "Diese Krauss-Geschichte ist eine nebensächliche Sache", sagt Hock. Wenn das Verfahren fortgeschritten sei, werde er sich dazu äußern.

Der aus dem Landesvorstand Ausgeschlossene bemerkt, es gebe in der Partei eine Auseinandersetzung zwischen dem Flügel und den anderen, die sich "Gemäßigte" nennen. "Ich bin sehr zuversichtlich und die Wähler und Mitglieder können sich darauf verlassen, dass ich meine Tatkraft weiter für die AfD einsetze", so Hock zum BR. Er kündigt an, vor dem AfD-Bundesschiedsgericht Beschwerde einzulegen und sieht sich als "Bauernopfer". Der Vorstandsausschluss gilt als weiterer Beleg für die interne Spaltung und einen Richtungskampf in der Bayern-AfD zwischen Anhängern des rechtsnationalen Flügels und den eher Gemäßigten in der Partei.

Audio: Bayerische AfD grenzt sich von Höckes Flügel ab

© BR

Bayerische AfD grenzt sich von Höckes Flügel ab