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Eichstätt: Kloster Walburg, Gruftkapelle der Hl. Walburga

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    Bayerisches Kulturerbe: Verehrung der heiligen Walburga

    Die Verehrungspraktiken der heiligen Walburga in Eichstätt zählen ab sofort zum bayerischen Kulturerbe. Das Heimatministerium hat sie neu in das Landesverzeichnis „Immaterielles Kulturerbe Bayern“ aufgenommen.

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    Von
    • Susanne Pfaller

    Das Grab der 779 verstorbenen heiligen Walburga steht im Zentrum der Walburga-Verehrung. Die Heilige wird von vielen Menschen um Hilfe angerufen, gerade bei körperlichen Leiden.

    Walburgisöl zur Linderung von Leiden

    Die Verehrung der heiligen Walburga umfasst verschiedene Praktiken. Die wohl bekannteste ist die Verwendung von Walburgisöl, das von den Nonnen ausgeteilt wird und dem heilende oder lindernde Wirkung zugesprochen wird. Gläubige, die am Grab der Heiligen Hilfe erfahren haben, bringen Votivgaben in die Abtei. Die Walburga-Verehrung umfasst auch Wallfahrten zum als Gnadenort empfundenen Grab in der Benediktinerinnen-Abtei St. Walburg in Eichstätt. Darüber hinaus zählt auch die Seelsorge dazu, sowie Führungen.

    Hilfesuche unabhängig von Religion

    Unabhängig von den Glaubensrichtungen der Hilfesuchenden spiegeln sich in den unterschiedlichsten Anliegen der Hilfesuchenden religiöse und profane Vorstellungen von Heilung und von „Heiligen Orten“ wider. Betreut durch die Abtei St. Walburg in Eichstätt von den Benediktinerinnen, deren Ordensmitglied die Heilige einst war.

    Kulturelle Schätze gestalten Heimat

    Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verweist auf die Bedeutung der lebendigen Traditionen im Freistaat: "Immaterielles Kulturerbe stiftet Identität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt! Dieser vielfältige Schatz wird von engagierten Bürgerinnen und Bürgern bewahrt, weitergegeben und dabei immer auch geprägt von Veränderung und Neuinterpretation. So bleiben die Traditionen lebendig und überdauern auch schwierige Zeiten".

    Walburga-Verehrung "gutes Beispiel" für Kulturerbe

    Bräuche, Feste, Musik, Naturwissen und traditionelle Handwerkstechniken seien kulturelle Schätze und damit "wichtiger Bestandteil unserer Heimat". Die Pflege und der Erhalt der Traditionen genießen in Bayern einen sehr hohen Stellenwert. Die Verehrungspraktiken der heiligen Walburga in Eichstätt bezeichnet Füracker als "gutes Praxisbeispiel für immaterielles Kulturerbe". Deshalb werde es in das Landesverzeichnis aufgenommen, wie auch die Vermittlung des Fassbinderhandwerks in Tirschenreuth.

    Bayern beteiligt sich mit Kulturerbe-Liste an UNESCO-Projekt

    Seit 2003 stellt die UNESCO immaterielle kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit. Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können, die einen wesentlichen Bestandteil unserer Alltagskulturen ausmachen, als immaterielles Kulturerbe sichtbar gemacht sowie Maßnahmen unterstützt werden, die zur Erhaltung und Weiterentwicklung geeignet sind. Bis heute sind 180 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten.

    Bayern hat eigene Kulturerbe-Liste

    Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat. Neben dem Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gibt es in Bayern ein eigenes Landesverzeichnis, das nun 56 Eintragungen enthält. "Das Bayerische Landesverzeichnis soll das öffentliche Bewusstsein für dieses bedeutsame Erbe stärken und die kulturelle Vielfalt in Bayern sichtbar machen", betont Füracker.

    Nächste Bewerbungsrunde

    Die nächste Bewerbungsrunde startet am 1. April. Informationen zum bundesweit einheitlichen Bewerbungsverfahren finden sich im Internet unter www.ike.bayern.de. Interessierte und Antragsteller können sich bei der Beratungs- und Forschungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern informieren und beraten lassen.

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