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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Auf der Abiturfeier am Gymnasium Zwiesel erhalten auch acht junge Tschechinnen und Tschechen ihr Abiturzeugnis. Sie haben die gesamte Oberstufe gemeinsam mit den deutschen Schülerinnen und Schülern verbracht.

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Bayerisches Abiturzeugnis für junge Tschechen

Auf der Abiturfeier am Gymnasium Zwiesel erhalten auch acht junge Tschechinnen und Tschechen ihr Abiturzeugnis. Sie haben die gesamte Oberstufe gemeinsam mit den deutschen Schülerinnen und Schülern verbracht. Damit endet ein einmaliges Modellprojekt.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Acht junge Tschechinnen und Tschechen haben im Rahmen eines Modellprojekts Abitur im niederbayerischen Zwiesel im Landkreis Regen gemacht.

Um sie darauf vorzubereiten - auch sprachlich - hatten sie ein Einführungsjahr. Danach besuchten sie aber ganz normalen Unterricht, gemeinsam mit den deutschen Schülerinnen und Schülern.

Tschechische Schüler kamen aus weit entfernten Regionen

Das Modellprojekt war 2017 gestartet worden, mit Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums für zusätzliche Lehrerstunden und mit Zuschüssen von der Euregio für die Unterbringung, später vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Für die 17 Plätze zum Start gab es 40 Bewerbungen. Bis zum Abitur durchgehalten haben in den zwei Jahrgängen bis heute insgesamt 16 tschechische Jugendliche, die teils aus weit entfernt liegenden Regionen des Nachbarlands kamen. Acht haben 2020 ihr Abitur gemacht, acht heuer.

Schule wertet "Brückenbauerprojekt" als Erfolg

Die Schule beurteilt das Modellprojekt, das so erst- und einmalig war in Bayern, als Erfolg und als echtes "Brückenbauerprojekt". Denn es gab nicht nur ein Gastschuljahr oder einen Schüleraustausch, wie er an einigen Schulen üblich ist, sondern viel mehr Miteinander.

Deutsche und Tschechen haben sich durch den gemeinsamen Alltag und die lange gemeinsame Zeit gut kennengelernt. Beide Seiten seien offener füreinander geworden, sagen viele Jugendliche.

Projekt kann vorerst nicht weitergehen

Trotzdem endet das Modellprojekt nun erst einmal, auch weil die Unterbringung schwieriger war als gedacht. Gastfamilien gab es zwar, aber nicht für die ganzen drei Jahre. Die Pandemie erschwerte dann die Lage. Die meisten tschechischen Jugendlichen lebten in kleinen Wohngemeinschaften, in Mietwohnungen, die die tschechischen Eltern bezahlten.

Eine Internatslösung, die vor allem für die Minderjährigen eigentlich wünschenswert wäre, scheiterte an zu geringen Zuschüssen, heißt es vom Landkreis Regen. Denn dafür bräuchte man auch Mittel für Erzieher, die die Jugendlichen rund um die Uhr betreuen.

Das Gymnasium Zwiesel würde ein solches Modellprojekt aber jederzeit wiederholen, wenn es möglich gemacht wird. Eine Idee für die Zukunft wäre, dass auch bayerische Jugendliche in Tschechien zur Schule gehen und dort ihr Abitur machen.

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