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Bayerischer Wald: Digitale Hilfe für verletzte Wanderer | BR24

© icture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Symbolbild Telemedizin

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    Bayerischer Wald: Digitale Hilfe für verletzte Wanderer

    Erste Hilfe für Wanderer - und zwar digital: Das ist ab Herbst im Bayerischen Wald möglich. Das Waldschmidthaus soll als erste Berghütte an das Projekt "Mediland" zur besseren medizinischen Versorgung auf dem Land angebunden werden.

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    Wer sich beim Wandern im Bayerischen Wald verletzt, könnte bald mit digitaler Unterstützung Erste Hilfe bekommen. Das Waldschmidthaus (besser bekannt unter Rachelschutzhaus) wird an das Projekt "Mediland" angebunden.

    Es ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München das erste Vorhaben dieser Art im Freistaat. "Läuft alles nach Plan, können im Herbst die ersten Wanderer zum Beispiel bei Verletzungen oder Unfällen digital erstversorgt werden", wie es heißt. Die Telemedizin erleichtert die Erstversorgung durch den Schutzhausbetreiber und erlaubt den Rettungskräften eine bessere Planung ihrer Einsätze.

    Hüttenpersonal wird geschult

    Derzeit werden die Pächter und das Personal des Rachelschutzhauses geschult, wie es von einem Mitarbeiter bei Mediland heißt. Das Rachelschutzhaus ist auf einer Höhe von 1.360 Metern die höchstgelegene Berghütte im Bayerischen Wald und befindet sich direkt unterhalb des Großen Rachel (1.453 Meter). Bei der Schulung lernt das Hüttenpersonal mithilfe von Simulationen, was getan werden muss, wenn ein Verletzter in das Schutzhaus kommt. Dabei geht es vor allem darum, ein besonderes Gerät zu bedienen, wie Pascal Krückl von Mediland sagt.

    Spezialgerät übermittelt Vitaldaten in Echtzeit

    Das Spezialgerät kann den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung messen und ein EKG erstellen. Das Besondere daran: Die Daten werden dann in Echtzeit an einen Facharzt in einem Klinikum übermittelt - per Video. Die Gegenstelle im Klinikum wird sich in der Notaufnahme befinden, diese ist immer besetzt. Der Arzt steht dem Hüttenpersonal dann bei der ersten Hilfe per Videochat unterstützend zur Seite, er kann mit dem Verletztem sprechen und durch den visuellen Kontakt die Situation und die äußeren Wunden besser beurteilen. Außerdem gibt der Arzt dem Hüttenpersonal Anweisungen, ob ein Hubschrauber benötigt wird oder die Bergwacht gerufen werden muss.

    Spiegelau, Grafenau und Zwiesel: Vernetzt per Videotelefonie kommunizieren

    Beim Projekt Mediland sind zwei Arztpraxen, Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis, das Pflegewohnheim Rosenium in Spiegelau (Lkr. Freyung-Grafenau) und das Klinikum Grafenau miteinander verbunden. Ärzte und Pflegende können per Videotelefonie kommunizieren und sich dabei sehen.

    Als zweite Klinik soll nun das Klinikum Zwiesel angeschlossen werden. "Gerade im ländlichen Raum bietet die Digitalisierung große Chancen für die Patientinnen und Patienten, für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

    Medizin Digital für bessere ländliche Gesundheitsversorgung

    Das Projekt Mediland der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) im Gemeindeverbund Spiegelau-Frauenau war vor rund einem Jahr gestartet. Es ist ein vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördertes Projekt der THD (Laufzeit: August 2018 - Mai 2020). Es zielt darauf ab, neue, digitale Wege zur Verbesserung und nachhaltigen Sicherstellung der medizinischen Versorgung auf dem Land zu erproben.