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Bayerischer Landtag kein Spiegel der Gesellschaft | BR24

© BR/Herbert Ebner

Blick in den Plenarsaal des Bayerischen Landtags

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Bayerischer Landtag kein Spiegel der Gesellschaft

Fast die Hälfte der Sitze im Landtag wird neu besetzt. Der Anteil junger Abgeordneter, von Frauen und Parlamentariern mit Migrationshintergrund bleibt niedrig. Ein Spiegelbild der Gesellschaft ist das Parlament damit nicht. Eine BR Data-Analyse

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Der bayerische Durchschnitts-Abgeordnete ist 51 Jahre alt und männlich – das war zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode so und das ist auch jetzt wieder so. Was sich allerdings durch die Landtagswahl ändert, ist der Anteil der jungen Abgeordneten. Fast alle Parteien, die erneut im Landtag vertreten sind, haben in ihren Reihen mehr Abgeordnete unter 35 als noch vor fünf Jahren. Ausnahme: die SPD, die wieder keinen Abgeordneten unter 35 stellt. Dass der Anteil der Unter-35-Jährigen steigt, liegt vor allem an der Grünen-Fraktion, bei der mehr als jeder Vierte noch keine 35 Jahre alt ist.

Der Anteil der Unter-35-Jährigen ist gestiegen

Anteil der unter 35-jährigen Abgeordneten nach Fraktion im alten (Stand 2013) und neuen Landtag. Neu im Landtag sind AfD und FDP.

Da das Durchschnittsalter der Abgeordneten aber weiter bei etwa 51 Jahren liegt, bedeutet das auch: Es gibt gleichzeitig mehr Abgeordnete, die deutlich über dem Altersdurchschnitt liegen.

Mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund

Auch was den Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund betrifft, wird der neue Landtag ein Stück vielfältiger. Waren es zuvor zwei Abgeordnete mit Migrationshintergrund, sind es nun fünf. Die drei Neuen ziehen für die Grünen in den Landtag ein. Damit haben zweieinhalb Prozent der Abgeordneten einen Migrationshintergrund – in der bayerischen Bevölkerung sind es 24 Prozent. Das heißt sie selbst oder ein Elternteil besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt.

Leicht abnehmen wird der Frauenanteil im Parlament. Zwar sitzen in absoluten Zahlen nun mehr Frauen im Landtag als zum Ende der abgelaufenen Legislaturperiode (55 statt 51). Da der Landtag aber um 25 Sitze auf 205 wächst, geht der Frauenanteil dennoch von 28,3 auf 26,8 Prozent zurück. Das liegt vor allem am Einzug von AfD und FPD, beide Fraktionen haben weniger als zehn Prozent Frauen in ihren Reihen. Ginge es nach dem Anteil in der Bevölkerung, stünde Frauen etwa die Hälfte der Sitze zu. Ein Wert, der aktuell nur von der SPD erreicht wird.

Der Frauenanteil sinkt leicht

Anteil der Frauen nach Fraktion im alten (Juli 2018) und neuen bayerischen Landtag.

Im Vergleich zur bayerischen Bevölkerung ist der Anteil der Promovierten im Landtag immer noch deutlich höher – auch wenn er von 16,1 auf 13,7 Prozent sinkt. Dagegen besitzen nur 1,5 Prozent der Bayern einen Doktortitel.