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Ärger über illegale Müllentsorgung in Bayerns Wäldern | BR24

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Müll in der Natur, das muss nicht die illegale Altreifenentsorgung sein. Auch Kippen, Taschentücher und Co. sind Abfall, der die Natur viele Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte lang verschmutzt.

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Ärger über illegale Müllentsorgung in Bayerns Wäldern

Bayerns Wälder werden dem Bayerischen Jagdverband zufolge immer wieder als Müllhalden missbraucht. Die Aufräumarbeiten bleiben dann bei Jägern oder den Landratsämtern hängen. Zu Strafanzeigen aber kommt es nur selten.

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Autoreifen, Wohnzimmermöbel, Farbeimer, Dosen, Gartenabfälle, Kinderspielzeug - das sind nur wenige der Dinge, die Getrud Helm vom Bayerischen Jagdverband schon in ihrem Jagdrevier gefunden hat. Immer wieder entsorgen Unbekannte ihren Müll illegal am Rand des Deisenhofener Forsts im Landkreis München. Und immer wieder ist Gertrud Helm damit beschäftigt, den Abfall aufzusammeln.

"Für uns ist es kaum möglich, den Wald zu kontrollieren oder die Täter nachzuverfolgen." Gertrud Helm, Bayerischer Jagdverband

Müll in Wäldern - bayernweites Problem

Laut Bayerischem Jagdverband handelt es sich bei der illegalen Müllentsorgung in der Natur um ein bayernweites Problem. Immer wieder klagen Revierleiter über Sperrmüll, aber auch alltäglichen Hausmüll, der in Wäldern landet.

In Medlingen im Landkreis Dillingen ermittelt derzeit die Polizei, weil an einem Wanderparkplatz zum wiederholten Mal illegal Müll entsorgt wurde. Ein bislang unbekannter Täter hatte Anfang März asbesthaltige Eternitplatten in den Wald geworfen. Vor wenigen Tagen fand ein Jagdpächter neben Hausmüll auch Altreifen, Gartenabfälle und einen Haufen Sägespäne, die dort abgeladen wurden. Für das Landratsamt Dillingen ist die Beseitigung derartiger Ablagerungen Daueraufgabe.

"Obwohl es im Landkreis ein gutes Netz an Recyclinghöfen gibt, wird leider immer wieder Müll illegal entsorgt. Die Kosten trägt dafür letztlich die Allgemeinheit." Landratsamt Dillingen

Hohe Kosten, viel Arbeit und Gefahr für Wildtiere

Wer seinen Müll illegal im Wald entsorgt, verursacht nicht nur hohe Kosten und viel Arbeit, sondern schadet auch den Tieren. Sie erkranken an den Essensresten oder bleiben in Drähten hängen und verletzen sich, erzählt Helm. Auch Pflanzen und Böden leiden unter dem unnatürlichen Müll.

"Es ist nicht nur in Bayern ein Problem, es ist ein bundesweites", sagt Hartmut Hoffmann vom Bund Naturschutz. Er beschäftigt sich im Landesarbeitskreis Abfall seit Jahren mit dem Problem. Es fehle an Unrechtsbewusstsein in der Bevölkerung - auch, weil die illegale Ablagerung, gerade von Grünabfällen, nur schwer zu verhindern sei.

"Auf jeden Fall muss hier Aufklärungsarbeit betrieben und die Erfassung der Grünabfälle intensiviert werden. Viele denken gerade bei Bioabfall: Das verrottet schon. Das stimmt auch, aber dann entsteht eben die Gefahr der Überdüngung. Darauf sind die Pflanzen nicht eingestellt. Zum Teil sind schon Biotope zerstört worden." Hartmut Hoffmann, Bund Naturschutz

Straftatbestand Müllentsorgung im Wald

Zu einer Strafanzeige kommt es selten. Denn wer seinen Müll illegal auf freie Flächen wirft oder seinen Sperrmüll an Waldrändern entsorgt, begeht in den meisten Fällen eine Ordnungswidrigkeit. Nur wer etwa mit giftigen Stoffen oder massiven Müllmengen dauerhaft die Natur schädigt oder die Gesundheit von Mensch und Tier gefährdet, macht sich strafbar.

Laut Landeskriminalamt kam es vergangenes Jahr zu 510 Straftaten in Bayern, weil Abfall illegal befördert, gelagert oder verwertet wurde - fast 73 Prozent davon wurden aufgeklärt. 2016 waren es noch 632 Straftaten. Kriminalstatistisch ist die illegale Müllentsorgung in Bayern also rückläufig und die meisten Täter werden gefasst.

Der Jagdverband klagt aber vor allem über die Fälle, in denen es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Diese werden nicht von allen Landkreisen und Städten im Detail dokumentiert, eine bayernweite statistische Erfassung der Einsätze existiert nicht. Die Täter können kaum nachvollzogen werden und die Kosten für die Entsorgung des wilden Mülls werden auf die Müllgebühren für alle Bürger umgelegt.