Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Bayerischer Jagdverband: Ermittlungen gegen Präsident Vocke | BR24

© BR

Gestern wurde die Geschäftsstelle des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) in Feldkirchen bei München durchsucht. Die Ermittler nahmen Akten und digitale Dateien mit. Grund ist eine Anzeige gegen BJV- Präsident Jürgen Vocke und seinen Ex-Schatzmeister.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bayerischer Jagdverband: Ermittlungen gegen Präsident Vocke

Gestern wurde die Geschäftsstelle des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) in Feldkirchen durchsucht. Die Ermittler nahmen Akten und digitale Dateien mit. Grund ist eine Anzeige gegen den Präsidenten des BJV Jürgen Vocke und seinen Ex-Schatzmeister.

Per Mail sharen
Teilen

Die Anzeige gegen BJV-Präsident Jürgen Vocke und seinen ehemaligen Schatzmeister kam aus den eigenen Reihen. Gestellt hat sie der Memminger Polizeibeamte und Vorsitzende des Memminger Jagdvereins Andreas Ruepp. In der Anzeige geht es unter anderem um eine Aufwandsentschädigung, die Vocke jeden Monat erhalten hat. Hier muss geklärt werden, ob diese Aufwandsentschädigung für den BJV sozialversicherungspflichtig gewesen ist. Außerdem geht es um zahlreiche, vermutlich überhöhte, Spesenabrechnungen und um die womöglich private Nutzung eines teuren Dienstwagens. Teil der Anzeige ist auch die Beschäftigung der Tochter des Präsidenten bei einer Gesellschaft des Jagdverbands. Weiterhin stellt sich Andreas Ruepp die Frage, warum BJV-Präsident Jürgen Vocke den Wirtschaftsprüfer Wallenhorst nicht von der Schweigepflicht entbindet.

"Der Präsident sagt ja immer, er habe nichts falsch gemacht und würde zur Aufklärung beitragen. Warum entbindet er dann nicht den Wirtschaftsprüfer von der Schweigepflicht?" Andreas Ruepp, Vorsitzender des Memminger Jagdvereins

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Unterschlagung und Untreue

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt aufgrund der Anzeige des BJV-Präsidiumsmitglieds Andreas Ruepp. Es gehe um den Verdacht der Unterschlagung und Untreue, mehr wollte die Münchner Oberstaatsanwältin Anne Leiding auf BR-Anfrage nicht bestätigen. Hauptbeschuldigter ist BJV-Präsident Jürgen Vocke. Der 76-jährige Vocke ist seit 25 Jahren BJV-Präsident und saß zehn Jahre lang für die CSU im Landtag. Laut Staatsanwaltschaft München I richten sich die Ermittlungen außerdem gegen den ehemaligen Landesschatzmeister des Bayerischen Jagdverbandes.

Wird BJV-Präsident Jürgen Vocke früher zurücktreten?

Intern wurde BJV-Präsident Jürgen Vocke schon mehrfach zum Rücktritt aufgefordert. Vocke hat seinen Rücktritt bereits angekündigt, allerdings erst für den nächsten Jägertag im März 2020 in Lindau. Wegen der bekannt gewordenen Finanzpraktiken des Präsidenten forderten die Jungen Jäger "längst überfällige Konsequenzen zu ziehen". Es gehe nicht nur um den Ruf des Verbandes, sondern auch um den des Jägerstandes. "Bereiten Sie durch Ihren Rücktritt den Weg für eine lückenlose Aufarbeitung sowie einen unbelasteten Neustart", schrieben die Jungen Jäger im September in einem offenen Brief.

Mitgliederversammlung am 26. Oktober

Laut BJV-Pressestelle denkt der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes Jürgen Vocke derzeit nicht an einen vorgezogenen Rücktritt. Am 26. Oktober will der Verband zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im oberbayerischen Schrobenhausen zusammenkommen. Die Versammlung soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Laut BJV-Pressestelle liegen dem Verband bereits Anträge vor, die den Rücktritt des BJV-Präsidenten fordern.