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Bayerischer Bauernverband: Sorge um Wintergerste | BR24

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Der April viel zu trocken, dann Frost im Mai. Zurzeit regnet es sehr viel. Aber das macht die Schäden, die bereits entstanden sind, nicht wett. Bayerns Bauern schauen nur mäßig optimistisch in die Zukunft.

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Bayerischer Bauernverband: Sorge um Wintergerste

Der Bayerische Bauernverband im Landkreis Ansbach sorgt sich um die Wintergerste. Auch Trockenheit und Frost machten dem Getreide zu schaffen, hieß es bei einer Pressekonferenz zu den Ernteaussichten.

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Der Frost während der Eisheiligen im Mai hat für Einbußen der Wintergerste von zehn bis zu 80 Prozent gesorgt, sagt Ernst Kettemann, Kreisvorstand des Bayerischen Bauernverbands im Landkreis Ansbach. Der kalte Frühling und das dritte trockene Jahr infolge gibt den Landwirten weiteren Anlass zur Sorge. Außerdem sei man wenig begeistert über die neue Düngeverordnung, die am 1. Mai in Kraft trat.

Getreide abmähen oder Alternative ansäen?

In Bezug auf die Wintergerste stünden nun viele Bauern vor der Entscheidung, ob sie das Futtergetreide abmähen oder eine Alternative ansäen. Das Problem: Eine neue Ansaat ist mit hohen bürokratischen Hürden verbunden, so Kettemann. Fehler bei Fruchtfolgen oder ähnlichem haben Sanktionen und damit finanzielle Konsequenzen zur Folge. So würden sich viele Landwirte dafür entscheiden, die Wintergerste stehen zu lassen, um daraus Stroh für Viehfutter zu gewinnen.

Drittes Trockenjahr in Folge

Neben der Wintergerste beschäftigt die Landwirte im Landkreis das dritte Trockenjahr in Folge. So sei auch der erste Schnitt, also die erste Ernte, des Grünlands wenig ertragreich gewesen. Und diese mache 50 Prozent des Jahresertrages aus. Besonders betroffen sind hierbei der Norden und Westen des Landkreises Ansbach. Der Süden profitiere laut Kettemann von der Nähe zu Seen.

Wertschätzung regionaler Landwirtschaft schwindet wieder

Während auch die Lage beim Obst und Gemüse angespannt sei, gebe es keine Probleme beim Mais. Auch bei Weizen oder Roggen erwarten die Bauern eine durchschnittliche Ernte. Gerade zu Beginn der Corona-Maßnahmen hätte man als Landwirt die Wertschätzung der Bevölkerung mehr gespürt, sagt Matthias Scheiderer, auf dessen Hof das Erntegespräch stattfand. Er leitet einen Mehrfruchtbaubetrieb in Dietenhofen (Lkr. Ansbach). Mit den Lockerungen der Beschränkungen, merke man aber, dass die Wertschätzung regionaler Landwirtschaft wieder etwas schwindet.

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