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Bayerischer Arbeitsmarkt im Juli: Talfahrt vorerst beendet | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2020

Überstunden statt Kurzarbeit: ein Sondermaschinenbauer aus Altdorf, im Nürnberger Land, gehört zu den wenigen Betrieben seiner Branche, die in der Corona-Krise keine Kurzarbeit anmelden mussten.

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Bayerischer Arbeitsmarkt im Juli: Talfahrt vorerst beendet

Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Juli leicht angestiegen ist, wertet die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit (BA) dies als positives Signal. Die weitere Entwicklung hänge aber vom Verlauf der Corona-Pandemie ab, so die BA.

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Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Juli nur noch leicht gestiegen um 1.842 auf 295.655. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Juni gleichgeblieben und liegt bei 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Juli vor einem Jahr stieg die Arbeitslosigkeit aber um fast die Hälfte (plus 46 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr bei 2,7 Prozent.

Wirtschaftliche Talfahrt zumindest gebremst

"Der Arbeitsmarkt in Bayern scheint sich von der Krise langsam zu erholen, auch wenn die Auswirkungen der Pandemie weiterhin zu spüren sind. Die Arbeitslosigkeit ist auch im Juli im Vergleich zum Vormonat gestiegen, jedoch flacht der Anstieg deutlich ab", kommentiert der Chef der Bayerischen Arbeitsagenturen, Ralf Holtzwart, die aktuelle Entwicklung. Zwar seien deutlich mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahr (plus 93.111), aber auch im Vorjahresvergleich falle der Anstieg schwächer aus als noch im Juni.

Stellenpool füllt sich

Im Juli wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 21.077 Stellen gemeldet, das waren 3.893 bzw. 22,3 Prozent mehr als im Vormonat. Zwar fällt die Nachfrage nach Arbeitskräften damit deutlich geringer aus als vor einem Jahr, dennoch wurden damit zum dritten Mal in Folge mehr Stellen gemeldet als im Vormonat. Insgesamt befinden sich im Pool der bayerischen Arbeitsagenturen derzeit 92.132 offene Stellen. Untermauert wird dieser positive Eindruck vom aktuellen Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB. Dieser Frühindikator hat im Juli einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Appell zur Ausbildung

Auch wenn die Zahl der Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig ist, bleibt der Ausbildungsmarkt in Bayern ein Bewerbermarkt. Derzeit gebe es noch 38.000 unbesetzte Ausbildungsplätze im Freistaat, diesen stünden nur 18.000 Bewerber gegenüber, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Es sei deswegen an der Zeit, dass sich Jugendliche, die bisher noch leer ausgegangen sind, noch einmal in ihrer jeweiligen Agentur beraten lassen. "Und allen Betrieben kann ich auch nur raten, jetzt die Ausbildungsverträge abzuschließen, denn das gibt ihnen Sicherheit und den jungen Leuten. Wenn Sie es nicht tun, schnappt Ihnen ein Anderer die Fachkraft von morgen weg", appelliert Holtzwart an die Unternehmen.

Regionale Unterschiede

Regional ist die Arbeitslosenquote in Bayern weiter sehr unterschiedlich. Die niedrigste Quote verzeichnet im Juli der Landkreis Eichstätt mit 2,1 Prozent. In der Stadt Schweinfurt war die Quote mit 7,4 Prozent bayernweit am höchsten. Unter den Regierungsbezirken hat die Oberpfalz die niedrigsten Arbeitslosenzahlen. Die Quote liegt im Juli unverändert bei 3,4 Prozent. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben vor allem die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft den Arbeitsmarkt dort stabilisiert. Schlusslicht ist Mittelfranken mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent. Vor allem in der Stadt Nürnberg ist die Quote weiter angestiegen auf aktuell 7,0 Prozent. "Die positive Entwicklung in Mittelfranken wird in guten Zeiten von Nürnberg getragen und die negative Entwicklung in schlechten Zeiten wird auch von Nürnberg getragen", kommentiert Holtzwart diese Zahlen. So gebe es in Krisensituationen immer einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Ballungsräumen – Nürnberg mache da keine Ausnahme.

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