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Bayerischer Arbeitsmarkt 2021: Von Corona geprägt | BR24

© dpa-Bildfunk, Sven Hoppe

Mitarbeiter von MAN Truck & Bus arbeiten in einer Produktionsstraße

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    Bayerischer Arbeitsmarkt 2021: Von Corona geprägt

    Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen sieht der Entwicklung des Arbeitsmarktes in diesem Jahr gespannt, aber auch mit Optimismus entgegen. Die Arbeitslosenquote werde in den kommenden Monaten über die 4-Prozent-Marke steigen, so seine Prognose.

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    Von
    • Stanislaus Kossakowski
    • BR24 Redaktion

    Die Corona-Pandemie hat Gesellschaft und Wirtschaft weiter fest im Griff. Was steht für den bayerischen Arbeitsmarkt 2021 zu erwarten? Der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen hat gemischte Gefühle. Der Arbeitsmarkt sei weiter robust. Dennoch werde die Arbeitslosenquote über die 4-Prozent-Marke steigen. Im Dezember betrug die bayerische Arbeitslosenquote 3,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2020 lag sie genauso hoch.

    Auch die Digitalisierung fordert Betriebe heraus

    Selbstverständlich hätten Wirtschaft und kulturelle Einrichtungen mit den Auflagen gegen die Corona-Pandemie zu kämpfen, sagt der Leiter der bayerischen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart. Gleichzeitig stelle aber auch die Digitalisierung die Unternehmen vor "ganz große Herausforderungen".

    Der Bedarf an Fachkräften sei enorm. Die Arbeitsagenturen täten sich schwer, ihn zu decken, so Holtzwart in einer Pressekonferenz. Auch gehe die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf einen Ausbildungsplatz zurück, beklagt Holtzwart.

    Arbeitsmarkt unverändert robust

    Dennoch sei insgesamt "der bayerische Arbeitsmarkt nach wie vor robust", betont Holtzwart: "Man sieht hier, dass auch in der Krise noch sehr viel geht." Das Kurzarbeitergeld funktioniere vortrefflich, weil die Firmen in großem Ausmaß davon Gebrauch machten.

    Der bislang festgestellte Höchststand an Kurzarbeit liege bei einer Million Betroffenen. War im ersten Lockdown jeder Sechste von Kurzarbeit betroffen, sei es zum Jahresende 2020 jeder Zwanzigste gewesen.

    Vor allem kleine Unternehmen in Konkurs-Gefahr

    Auch bleibe die Zahl der Insolvenzen im Rahmen: Der von den Agenturen befürchtete Anstieg sei ausgeblieben. Als einen bedeutenden Grund nennt Holtzwart, dass viele Firmen mit einer Veränderung ihrer Geschäftsfelder reagieren würden.

    Bei kleinen Firmen sei die Frage, wie viele angesichts der hohen Gesundheitsauflagen überleben. Für solide Aussagen darüber müsse man noch den zusätzlich belastenden Winter abwarten. Hoffnung mache, dass die Krise den technischen Fortschritt beschleunige.

    Minijobs im Abwärtstrend

    Weiterhin hart treffen die Corona-Beschränkungen Menschen, die einem Minijob nachgehen. Zum Jahresende 2019 habe es im Freistaat noch über 1,2 Millionen Mini-Jobber gegeben. Davon hätten 690.000 ausschließlich von einem Minijob gelebt. Von diesen seien im vergangenen Jahr zehn Prozent weggefallen. In Zahlen sind das etwa 79.000 Frauen und Männer. Die allermeisten von ihnen hätten zuvor Jobs in der Gastronomie gehabt, sagt Holtzwart.

    Als Folge des Rückgangs bei den Minijobs steige die Zahl der Empfänger von Grundsicherungsleistungen.

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