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Bayerische Unis verzeichnen Rekord an internationalen Studenten | BR24

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Bayerns Hochschulen und Unis sind bei internationalen Studierenden beliebt wie nie. Ihr Anteil liegt durchschnittlich bei 12,5 Prozent.

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Bayerische Unis verzeichnen Rekord an internationalen Studenten

Bayern wird zum weltweit gefragten Wissenschaftsstandort: Im vergangenen Semester kamen so viele ausländische Studierende in den Freistaat wie nie zuvor. Vor allem die Städte profitieren von dieser Entwicklung. Die Unis stellt es teils vor Probleme.

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Es ist ein Erfolg und eine Herausforderung zugleich: Fast jeder vierte Student kommt mittlerweile aus dem Ausland - für ein Austauschsemester oder das komplette Studium - nach Bayern. Die beiden Eliteuniversitäten in der Landeshauptstadt sind seit Jahren die Spitzenreiter: Mit 27 Prozent ausländischen Studierenden liegt die Technischen Universität auch international vorne.

Nur die englischsprachigen Länder wie die USA sind mit ihren Top-Universitäten Stanford oder Yale beliebter, zeigen neue Rankings. Für den Wissenschaftsstandort Bayern ist das ein großer Erfolg, denn die Hochschulen konkurrieren um die besten Köpfe für ihre Forschung: "Universität, universitas - das bedeutet ja allumfassend, das bedeutet, das endet gerade nicht an nationalen Grenzen, sondern da geht es eben, dass Menschen aus aller Herren Ländern zusammen arbeiten", sagt der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU). "Über alle kulturellen Prägungen, religiöse Grenzen hinweg. Das Internationale gehört an Universitäten schlicht mit dazu."

International anerkannte Studiengänge

Die steigenden Studentenzahlen zeigen die weltweite Anerkennung der bayerischen Universitäten. Ermöglicht werden sie vom europäischen Austauschprogramm Erasmus, das die Mobilität von Studierenden fördert. Dazu kommen englischsprachige Masterstudiengänge extra für internationale Studenten, und immer neue Partnerschaften mit Universitäten weltweit.

Auch die explodierenden Studiengebühren in den USA haben zu einem Ansturm aus China, Indien und Pakistan geführt. Die Studenten schreiben sich vor allem in sogenannten MINT- Fächern ein, machen den Bachelor und häufiger auch den Master in IT, Ingenieurswissenschaften oder Managementkursen. Viele kommen auch nach Bayern, um hier ihre Doktorarbeit zu schreiben. Für die bayerische Wissenschaft bringt das neue Impulse.

Vorteile auch für Exportunternehmen

Anders als Erasmusstudenten erhalten Masterstudenten und Doktoranden nicht automatisch Stipendien, sondern müssen ihren Lebensunterhalt hier selbst finanzieren und das auch nachweisen. Als Werkstudenten oder während ihrer Abschlussarbeiten bekommen sie Kontakt zu Unternehmen, denen immer häufiger Fachkräfte fehlen.

"Die bayerische Wirtschaft profitiert von ausländischen Studenten, weil sie überdurchschnittlich stark auch in den naturwissenschaftlichen Berufen studieren und dann ein Drittel dieser Leute hierbleibt und damit offene Stellen besetzt." Minister Hubert Aiwanger

Bis zu Dreiviertel der Absolventen bleiben in Bayern und arbeiten zumindest einige Zeit hier. Die Rate von Akademikern mit internationaler Herkunft liegt derzeit noch unter 20 Prozent, könnte aber in den nächsten Jahren wachsen. "Ich studiere im Programm Learning Sciences an der LMU München und habe hier auch meinen Mann kennengelernt", erzählt April Moeller-Bachhuber, eine Psychologie-Doktorandin der LMU. "Wir haben vor, hier zu bleiben."

Vorteile für Städte

International attraktiv sind inzwischen auch die mittleren und kleinen Universitäten und Hochschulen in Bayern. Studienorte wie Passau, Bayreuth und Augsburg verzeichnen jährlich steigende Zahlen an ausländischen Studenten, die ein Austauschsemester oder ihren Abschluss machen wollen.

Neben Vorteilen für die Städte, wie internationalem Flair und neue Bekanntheit in der Welt, die auch mehr Wirtschaftspartnerschaften und steigende Touristenzahlen verspricht, gibt es in ganz Bayern damit aber auch neue Herausforderungen: Die Universitäten müssen ihre "international Offices" - ihre "Willkommensabteilungen" erweitern, um die ankommenden Menschen zu betreuen.

Neue Herausforderung für die Unis - Integration und Zimmer

Studenten ohne Deutschkenntnisse haben Schwierigkeiten, sich in Bayern zurecht zu finden und brauchen eigene Tutorien und Hilfe bei der Wohnungssuche. Die Studentenwerke fordern deshalb angesichts der Entwicklung mehr Geld für neue Wohnheimplätze, für Einheimische und Gaststudenten. Und Unterstützung bei Sprach- und Willkommensprogrammen. Derzeit sind über 50.000 Studierende aus dem Ausland in Bayern eingeschrieben, die Universitäten rechnen damit, dass diese Zahl im kommenden Wintersemester weiter steigt.

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An Bayerns Unis studieren immer mehr internationale Studenten. Insgesamt sind es rund 55.000 junge Menschen. Ein neuer Rekord. Was macht unsre Unis so attraktiv? #fragBR24.