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Bayerische Tourismusregionen schicken Brandbrief an Söder | BR24

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In einem Brandbrief haben sieben Bürgermeister tourismusgeprägter Gemeinden im Oberland, Berchtesgadener Land und im Oberallgäu, ihre Sorgen an Ministerpräsident Söder gerichtet. Sie wollen zu Ostern öffnen.

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Bayerische Tourismusregionen schicken Brandbrief an Söder

In der Diskussion um die Möglichkeiten für Osterurlaub haben sich sieben Bürgermeister tourismusgeprägter Gemeinden an die Staatsregierung gewandt. In einem Brandbrief an Markus Söder fordern sie eine verbindliche Öffnungsperspektive.

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Von
  • Theresa Krinninger

Bürgermeister aus den bayerischen Alpenlandkreisen fordern in einem Brandbrief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Öffnungen zu Ostern. Notwendig sei eine verbindliche Perspektive, wann der Lockdown beendet werden könne, heißt es darin. Die Unterzeichner beteuern, es gebe verlässliche Hygienekonzepte in den Gastronomie- und Übernachtungsbetrieben.

Deshalb solle der Freistaat eine Lockerung für alle Tourismusbetriebe zu Ostern möglich machen. Ebenso fordern die Bürgermeister, dass die versprochenen finanziellen Hilfen schnellstmöglich ausgezahlt werden.

Bürgermeister: Tourismus ist am Boden

An dem Schreiben beteiligten sich die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen sowie die Bürgermeister von Oberstdorf, Schönau am Königssee, Berchtesgaden, Ramsau, Marktschellenberg, Bischofswiesen und der Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Tourismusregion Berchtesgaden-Königsee.

Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnungen liege der Tourismussektor, auf den die regionale Wirtschaft angewiesen sei, in allen beteiligten Gemeinden am Boden. Die Umsatzeinbrüche, seit Beginn des teilweisen Lockdowns im Berchtesgadener Land ab dem 20. Oktober, hätten alle Hoffnungen zunichte gemacht. Die Existenzen vieler Unternehmen seien kritisch, heißt es in dem Schreiben weiter.

In Berchtesgaden und im Markt Garmisch-Partenkirchen seien zwei Drittel der 3.000 Beherbergungsbetriebe nicht-gewerbliche Privatvermieter und Ferienwohnungsbesitzer, die trotz großer Umsatzeinbußen keine finanziellen Hilfen bekämen. Der Tourismussektor in Garmisch-Partenkirchen und in den Gemeinden rund um Berchtesgaden sei ein immenser Wirtschaftsfaktor und liege für beide Tourismusregionen jeweils bei einer Größenordnung von rund 338 Millionen Euro (2019). Allein Oberstdorf kalkuliere bis Mitte März 2021 mit Umsatzverlusten von 150 Millionen Euro.

Debatte um Osterurlaub in Deutschland

Ob Osterurlaub angesichts der Corona-Lage heuer möglich ist, wird in der Politik derzeit heftig diskutiert. Die Debatte war am Wochenende von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angestoßen worden. Er sagte der "Bild am Sonntag", Osterurlaub in Deutschland könne es dieses Jahr leider nicht geben. Durch eine zu große Mobilität würden die Erfolge bei der Pandemie-Bekämpfung zerstört. Zu Ostern 2020 hatte es strenge Reise- und Ausgangsbeschränkungen gegeben.

Kretschmers Vorstoß sorgt für massive Empörung in der Hotel- und Gaststättenbranche. Dehoga-Präsident Guido Zöllick sagte: "Die pauschale Absage des Osterurlaubs ist völlig inakzeptabel und ein erneuter Schlag ins Gesicht der Branche." Er fügte hinzu: "Die Infektionszahlen sinken seit Wochen und so haben Gastronomie und Hotellerie die nachvollziehbare Erwartung, eine Öffnungsperspektive zu erhalten."

Der Deutsche Tourismusverband kritisierte: "Immer wieder neue Spekulationen über Öffnungstermine für den Tourismus an Ostern sind unverantwortlich."

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In diesem Jahr wird es wohl auch keinen Osterurlaub geben - mit dieser Äußerung hat Sachsens Ministerpräsident Kretschmer eine Diskussion entfacht.

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