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Bayerische Staatsforsten: Wenig Gewinn und viel Waldumbau | BR24

© BR/Anton Rauch

Der Schädlingsbefall und die Trockenheit haben auch heuer für ein schwieriges Jahr in den Wäldern gesorgt. Der größte bayerische Forstbetrieb, die Staatsforsten sind davon besonders betroffen. Sie haben gewaltige Aufgaben vor sich.

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Bayerische Staatsforsten: Wenig Gewinn und viel Waldumbau

Der Schädlingsbefall und die Trockenheit haben auch heuer für ein schwieriges Jahr in den Wäldern gesorgt. Der größte bayerische Forstbetrieb, die Staatsforsten sind davon besonders betroffen. Sie haben gewaltige Aufgaben vor sich.

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Momentan ist mit dem Wald nicht viel Geld zu verdienen, denn die riesigen Käferholzmengen sorgen dafür, dass der Holzpreis noch einmal abgesackt ist. Die Bayerischen Staatsforsten, mit rund 800.000 Hektar Wald immerhin Deutschlands größter Forstbetrieb, haben deutlich weniger Holz eingeschlagen, als in einem Jahr nachgewachsen ist.

Käfer und Schneebruch bringen Verluste im Wald

So sei der aktuelle Gewinn von 1,2 Millionen Euro als Achtungserfolg zu verstehen, so die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber und Aufsichtsratsvorsitzende bei der Bilanzpressekonferenz. Das Geschäftsjahr sei noch einmal deutlich schlechter als im letzten Jahr. Das liege am vielen Schadholz, aber auch an extrem schwierigen Rahmenbedingungen.

"Wir hatten in vielen Gebieten diesen extremen Winter und im Frühjahr einen Schneebruch von einem extremen Ausmaß und anderweitige Waldschäden, wenn wir an die Wetterkapriolen denken und Stürme." Michael Kaniber, Bayerische Forstministerin

Die Hälfte des geplanten Waldumbaus ist abgeschlossen

Noch stärker forcieren wollen die Staatsforsten den Aufbau klimastabiler Mischwälder. Tatsächlich haben die Förster schon in den 90er Jahren im Staatswald damit begonnen, Laubbäume zwischen Kiefern und Fichten zu pflanzen. Auf 80.000 Hektar und damit etwa der Hälfte der umzubauenden Fläche sei das bereits geschafft. Weil der Klimawandel nicht warte, wird der Waldumbau beschleunigt.

30-Millionen-Bäume-Programm läuft jetzt an

Das 30-Millionen-Bäume Programm, das Ministerpräsident Markus Söder im Sommer versprochen hat, läuft jetzt an. So sollen jedes Jahr sechs Millionen Bäume für einen gesunden, klimastabilen Mischwald in Bayern gepflanzt werden. Ursprünglich waren nur fünf Millionen vorgesehen.

Noch in diesem Herbst sollen 500.000 zusätzliche Bäumchen gepflanzt werden, vor allem Weißtannen und Douglasien, aber auch Eichen und andere Laubbäume. Schwerpunkte sind die Regionen mit den größten Schäden im Frankenwald, im Nürnberger Reichswald und bei Passau. Neue Baumarten werden getestet wie Zedern und Baumhasel. Bei Kelheim wurden schon im Frühjahr Zedern aus dem Atlasgebirge und dem Libanon gepflanzt.

Werbung für Holz aus Bayern als klimafreundlicher Baustoff

Wenn der Wald zum Klimawald werden soll, gehört dazu auch eine sinnvolle Holznutzung und Verwendung. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, und das im Holz gespeicherte CO2 bleibt über Jahrzehnte gebunden, wenn man es fürs Bauen verwendet. In nächster Nähe zur Zentrale der Staatsforsten in Regensburg entsteht zur Zeit ein mehrgeschossiges Holzhaus, das auf Holzständern über einem Parkplatz steht. Die Staatsforsten bezeichnen es als Leuchtturm-Projekt.

Doch damit in Bayern tatsächlich mehr Holz am Bau eingesetzt werden kann, wie andere Bundesländer es schon vormachen, müssen Vorschriften und Normen geändert werden. Das heißt, das Bauministerium muss die Bayerische Bauordnung anpassen. In Baden-Württemberg zum Beispiel wird schon heute deutlich mehr Holz verbaut als in Bayern.

Staatsforsten investieren weiter, stellen ein und verkaufen Wildbret

Die Investitionen liegen heuer wieder bei über 20 Millionen Euro - ähnlich wie im letzten Jahr, trotz eines massiven Gewinneinbruchs. Neue Technik wird eingesetzt, beispielsweise eine App zur Lokalisierung und Bekämpfung des gefürchteten Borkenkäfers und elektronische Fäll-Keile. All das dient dazu, krankes Holz schneller aus dem Wald zu bringen.

Der Forstbetrieb stellt weiter ein. 73 neue Auszubildende bedeuten einen neuen Rekord. Außerdem gibt es regionales Wildbret aus dem Staatswald mittlerweile in 20 Forstrevieren. Dieses Angebot für die Verbraucher wird seit Jahren ausgebaut. Immerhin habe man ja den Anspruch "Wald vor Wild", wie Ministerin Michaela Kaniber betonte.

© BR

Im Wald kann man nicht nur seine Seele baumeln lassen, er bietet auch viel Raum für körperliche Aktivitäten. Und damit ist nicht nur Wandern gemeint.