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Bayerische Staatsforste machen Millionenverlust | BR24

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Nach großen Waldschäden durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer in den vergangenen Jahren sind die bayerischen Staatsforsten tief in den roten Zahlen gefangen.

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Bayerische Staatsforste machen Millionenverlust

Die Bayerischen Staatsforsten sind für gut 8.000 Quadratkilometer Waldfläche zuständig. Umsatz machen sie vor allem mit dem Verkauf von Holz, doch der läuft nicht mehr gut. Die Bilanz fällt entsprechend schlecht aus: ein Minus von 36 Millionen Euro.

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Der Klimawandel, der Borkenkäferbefall und der niedrige Holzpreis haben den bayerischen Wäldern in den vergangenen Wochen und Monaten stark zugesetzt. Die zuständige Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber spricht deshalb von gewaltigen Herausforderungen. Die angefallene Schadholzmenge belaste den Holzpreis zusätzlich. Eine schwere Holzmarkt-Krise sei die Folge.

Bilanz der staatlichen Wälder fällt negativ aus

Zum ersten Mal in ihrer 15-jährigen Geschichte haben die bayerischen Staatsforsten ein Minus im operativen Geschäft eingefahren - ein Defizit von 36 Millionen Euro. Unterm Strich fehlen inklusive Steuern und Rückstellungen sogar 80 Millionen Euro.

Trotz der schlechten Bilanzzahlen gibt sich der Vorstandsvorsitzende der Staatsforsten, Martin Neumeyer, betont optimistisch. Ziel sei weiterhin, keinen Quadratmeter Staatswald aufzugeben. Alle Borkenkäfer- und Sturmschäden würden aufgearbeitet. "Wir wollen unsere hohen Vorräte im bayerischen Staatswald gesund erhalten", sagt Neumeyer.

Sobald sich der Holzmarkt für die Waldbesitzer wieder beruhigt habe, wolle Bayern der führende Anbieter von qualitativ hochwertigem Nadelholz in Deutschland und Mitteleuropa sein.

Aufwändige Suche nach Borkenkäfern

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsforsten haben im vergangenen Jahr rund 200-tausend Arbeitsstunden in die Borkenkäfer-Suche investiert, bilanziert Neumeyer. So sei es gelungen, den Schädlingsbefall einzudämmen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gebe es jetzt 30 Prozent weniger Borkenkäferholz. Außerdem werde der Rohstoff Holz wieder stärker nachgefragt.

Jetzt gehe es darum, den Wald auf den Klimawandel vorzubereiten, sagt Neumeyer. Da der Waldumbau aber viel Geld kosten wird und auch im kommenden Geschäftsjahr wohl ein Minus zu erwarten ist, wollen die Staatsforsten rund 100 Millionen Euro über Fremdkredite finanzieren.

Hans Urban, der forstpolitische Sprecher der Landtagsgrünen, hält das allerdings für falsch. Damit belaste man künftige Waldgenerationen. Der Freistaat habe in den vergangenen Jahren 650 Millionen Euro aus den Staatsforsten bekommen. Jetzt sei es an der Zeit, Geld in die Wälder zu investieren.

Holz soll beim Bauen Pflicht werden

Urban sieht den Waldumbau auf einem guten Weg. Er fordert aber, verstärkt auf Holz als Baustoff zu setzen. Das Haus der bayerischen Geschichte in Regensburg ist für Urban ein trauriges Beispiel, wie es nicht laufen soll. Es sei komplett aus Beton gebaut. Hier hätte man Klimaschutz betreiben können und gleichzeitig dem Rundholzmarkt etwas Gutes tun können, so der Grünen-Politiker.

Hans Urban hofft, dass es irgendwann zur Pflicht wird, staatliche Gebäude oder vom Staat bezuschusste Gebäude aus Holz zu bauen.

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