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Symbolbild Schule

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    Bayerische Schulen dürfen Zahl der Prüfungen reduzieren

    Viele bayerische Gymnasiasten und Realschüler müssen im laufenden Schuljahr wegen Corona möglicherweise weniger Tests schreiben als ursprünglich geplant. Kultusminister Piazolo teilte mit, die Schulen sollten mehr Flexibilität bekommen.

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    Von
    • Petr Jerabek

    Wegen der Einschränkungen beim Unterricht in der Corona-Krise können die bayerischen Gymnasien und Realschulen im laufenden Schuljahr weniger Leistungsnachweise - wie Probearbeiten oder Schulaufgaben - ansetzen. Die Schüler hätten zwar auch in schweren Zeiten ein Recht auf Bildung, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). "Es darf aber nicht sein, dass sie wegen längerer Phasen von Wechsel- oder Distanzunterricht unter Druck geraten." Durch die neue Regelung wolle er vor allem eine Ballung von Leistungsnachweisen verhindern.

    Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht davon aus, dass es an den Schulen nach den Weihnachtsferien Wechselunterricht geben wird. Schon mehrfach mahnte er an, dass angesichts der Corona-Krise die Vorgaben und Richtlinien für die Schulen geändert werden müssten. Im BAYERN-3-Interview sagte Söder vergangene Woche, es dürfe zum Beispiel nicht "noch die letzte Schulaufgabe reingepresst" werden, um auf die Zahl der Leistungsnachweise eines normalen Schuljahrs zu kommen. "Es wird einfach kein normales Schuljahr wahrscheinlich werden, aber es muss ein faires bleiben", mahnte Söder. "Und fair heißt: gleiche Qualität bei den Abschlüssen." Deswegen müssten die Zeitpläne und Lehrpläne angepasst werden.

    Piazolo: Spielräume für Lehrerinnen und Lehrer

    Kultusminister Piazolo setzt nun auf "mehr Flexibilität" an den Schulen: "Die Lehrerinnen und Lehrer werden die entsprechenden Spielräume nutzen", sagte er.

    Laut Kultusministerium kann an Realschulen und Gymnasium "nach längeren Phasen des Distanz- und Wechselunterrichts" in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 die vorgeschriebene Zahl der sogenannten großen Leistungsnachweise reduziert werden. "Wenn statt vier Schulaufgaben in einem Fach nur drei angesetzt werden oder statt drei nur zwei, führt das zu einer gleichmäßigeren Verteilung aller Schulaufgaben über das Schuljahr", teilte das Ministerium mit.

    Die konkrete Entscheidung treffe das Lehrkräfte-Team "unter genauer Abwägung der Situation in der einzelnen Klasse". Bei den Leistungsnachweisen könne die Ausgangslage auch an einer Schule von Klasse zu Klasse sehr unterschiedlich sein.

    Q11/Q12: Tests können verschoben werden

    Für die Q11 und Q12 an Gymnasien sowie FOS/BOS wird die Möglichkeit geschaffen, "abiturrelevante Klausuren aus dem ersten in das zweite Halbjahr verschieben und den Zeugnistermin für das erste Halbjahr entsprechend verlegen". Denn hier zählen die Leistungsnachweise in aller Regel schon zu Abschlussnote.

    An Mittel- und Wirtschaftsschulen bestehe ohnehin größere Flexibilität, betonte das Ministerium. Und die Zahl der Proben in der 4. Klasse sei schon vor Schuljahresbeginn um 20 Prozent reduziert worden.

    Abschlussprüfungen könnten verschoben werden

    Der Beginn der Abiturprüfungen war schon Ende November verschoben worden: Statt Ende April sollen sie Mitte Mai beginnen, um die Schülerinnen und Schüler bei der Abiturvorbereitung zeitlich zu entlasten.

    Piazolo kündigte an, sein Ministerium werde auf die weitere Entwicklung flexibel reagieren - auch mit Blick auf die Prüfungstermine an anderen Schularten. "Wir sind für alle denkbaren Szenarien für den weiteren Schuljahresverlauf vorbereitet und haben entsprechende Pläne griffbereit", versicherte er. "Wir werden abhängig davon, wie es nach den Weihnachtsferien weitergeht, auch die Termine für die Abschlussprüfungen der anderen Schularten anpassen und bei Bedarf auch bei Leistungsnachweisen schulartbezogen flexibel nachjustieren."

    Wiederholung wird nicht als Sitzenbleiben gewertet

    Wiederholt ein Kind oder Jugendlicher das laufende Schuljahr, wird es laut Ministerium "nicht auf die Höchstausbildungsdauer angerechnet" - es wird also nicht als Sitzenbleiben gewertet. Dazu solle die Schulordnung entsprechend geändert werden, hieß es.

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