Adelheid Rupp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bayerische Landtagswahl
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Adelheid Rupp, Spitzenkandidatin der Partei Die Linke für die bayerische Landtagswahl

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Bayerische Linke kürt Adelheid Rupp als Spitzenkandidatin

Adelheid Rupp wird für die Partei "Die Linke" als Spitzenkandidatin in den Landtagswahlkampf ziehen. Das hat die Partei bekannt gegeben. Sie gab den Einzug in das Maximilianeum als Wahlziel aus.

Die Linke Bayern hat auf ihrem Landesparteitag in Erding Landessprecherin Adelheid Rupp mit 70,3 Prozent zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 8. Oktober gewählt. Gegenkanditaten gab es keine. Die Linken-Politikerin saß bereits von 2003 bis 2013 im Bayerischen Landtag als Abgeordnete der SPD. Seit August 2020 ist Rupp Mitglied der Linken.

Die 64-jährige Rechtsanwältin aus Tuntenhausen kündigte einen engagierten Wahlkampf an und gab den Einzug ins Maximilianeum als Ziel aus. "Wir wollen Bayern sozialer und klimagerechter gestalten. Wir sind die Partei, die im Landtag den Finger in die Wunde legen wird."

Kampf für materielle Gerechtigkeit

Auch in Bayern gebe es große soziale Unterschiede, die Altersarmut sei auf einem Rekordhoch, ein Drittel aller Frauen in Bayern sei arm, erklärte Rupp. Zudem gebe es bislang keine Partei im Landtag, die die Interessen von Frauen vertrete. "Wir sind die einzige Partei, die für materielle Gerechtigkeit kämpft. Die Profite, die das Kapital, insbesondere derzeit in der Rüstungsindustrie macht, sind schlicht unanständig."

Zudem erklärte Rupp die CSU als Hauptgegner, wobei dort "wenig Stimmen zu holen seien". Die meisten Stimmen könne man bei der SPD und den Grünen holen, rief die Politikerin den Delegierten zu.

Keine Hausaufgaben für Schüler

Auch das Wahlprogramm segneten die 186 Delegierten verhältnismäßig geräuschlos ab. Die Linke will, dass das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft wird, alle Schülerinnen und Schüler sollen zehn Jahre lang gemeinsam unterrichtet werden.

Von Hausaufgaben machen hält die Partei anscheinend wenig: Nach Wunsch der Linken sollten die Schüler alle Aufgaben im Zeitraum der Schulbetreuung erledigen und ab 16.30 Uhr frei sein für andere Aktivitäten.

Ferner sollen Arbeitnehmer in der Freizeit ein gesetzliches Recht auf Nichterreichbarkeit haben. In der Wohnpolitik will die Linke, dass der Staat die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen in angespannten Wohnlagen verbieten.

Landessprecherin Karin Flach Gomez kündigte zudem an, die Partei werde sich für mehr bezahlbaren Wohnraum, höhere Löhne, mehr Personal für Schulen und Kitas, für eine Bildung, "die nicht vom Geldbeutel abhängt" und den Ausbau von Bus und Bahn vor allem in der Fläche einsetzen.

"Setzen richtige Themen"

"Wir freuen uns ganz besonders", so Rupp, "dass auf unseren Listen sowohl Vertreterinnen und Vertreter von "mut" und der "Urbanen" kandidieren als auch parteilose Kandidatinnen und Kandidaten". Das zeige, dass man anschlussfähig sei und die richtigen Themen setze, so die Spitzenkandidatin.

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