BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© pa/dpa
Bildrechte: pa/dpa

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern begrüßt Impfung ab 12 Jahren

1
Per Mail sharen

    Kinderärzte-Verband in Bayern begrüßt Impfung ab 12 Jahren

    Kinder und Jugendliche ab 12 sollen sich bald gegen Corona impfen lassen können, wenn die EU-Arzneimittelbehörde den Impfstoff auch für diese Altersgruppe zulässt. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern begrüßt die Entscheidung.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • Alexander Brutscher
    • Eleonore Birkenstock

    Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Bayern begrüßt es, dass Kinder ab 12 Jahren ab dem 7. Juni eine Corona-Impfung bekommen können sollen. So hatten es Bund und Länder bei ihrem Impfgipfel am Donnerstag beschlossen. Voraussetzung ist allerdings die Freigabe des Impfstoffes von Biontech/Pfizer durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA.

    Wohl am Freitag will die EMA über die Zulassung des Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren entscheiden

    Ärzte: Empfehlung durch STIKO wäre wichtig

    Der Bayerische Landesvorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Dominik Ewald, würde sich jedoch noch mehr freuen, wenn auch die Ständige Impfkommission eine Empfehlung zur Impfung abgegeben würde. Denn dann könnten die Ärzte adäquat aufklären und hätten Rechts- sowie Arzneimittelsicherheit.

    Auch für Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ist die Bewertung der Ständigen Impfkommission wichtig. "Es gibt von der Ständigen Impfkommission einzelne Mitglieder, die noch gewisse Bedenken äußern. Auch die würde ich gerne nochmal sehen, weil die Ständige Impfkommission als unabhängiges wissenschaftliches Gremium auch eine Bedeutung hat", sagte Holetschek.

    Kinderarzt Ewald begrüßt, "dass die Bundeskanzlerin nochmal betont hat, dass die Impfung freiwillig ist". So werde die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nicht "durch einen Impfzwang durch die Hintertür behindert". Auch der Bayerische Elternverband lehnt eine Impfpflicht als Voraussetzung zur Teilnahme an Präsenzunterricht ab.

    "Eile bei Impfungen nicht nachvollziehbar"

    Der stellvertretende Direktor der Haunerschen Kinderklinik, Prof. Johannes Hübner, ist zwar prinzipiell froh, wenn Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren zugelassen wird. Er kann aber die Eile der Bundesregierung, die diese bei diesen Kindern an den Tag lege, nicht nachvollziehen. Das sagte Hübner im Gespräch mit dem BR. Er freue sich vor allem für gefährdete Kinder, wenn der Impfstoff kommt. Gesunde Kinder sollen seiner Meinung nach erst in dem Moment freiwillig geimpft werden, wenn alle anderen Altersgruppen geimpft sind. "Wir sollten Kinder schützen, indem wir Erwachsene schützen", sagte Hübner. Die Erfahrungen mit Impfungen in Israel zeigen laut des stellvertretenden Klinikdirektors, dass die Infektionszahlen auch bei Kindern sinken, wenn viele Erwachsene geimpft sind.

    Impfungen sollen vor allem bei niedergelassenen Ärzten stattfinden

    Die Impfung der Kinder und Jugendlichen solle vor allem bei den niedergelassenen Ärzten mit ausführlicher Beratung stattfinden, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstagabend im Nürnberger Presseclub. Man werde aber auch prüfen, ob und wie die Impfzentren eingebunden werden sollten. Als überlegenswerte Möglichkeit nannte Holetschek auch Reihenimpfungen etwa für Abschlussklassen. Doch die verschiedenen Möglichkeiten hingen immer davon ab, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehe.

    Holetschek will zusätzlich auch die Bedenken bei einigen Mitgliedern der Ständigen Impfkommission (STIKO) prüfen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!