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Bayerische Junglandwirte: "In Tiere statt in Beton investieren" | BR24

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Wie sieht es mit der Landwirtschaft in der Zukunft aus? Und wie schaut es für die aus, die sie bewirtschaften? Vor gut einem Jahr hat Bayerns Agrarministerin Kaniber die Junglandwirte-Kommission eingesetzt, damit auch diese Gruppe gehört wird.

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Bayerische Junglandwirte: "In Tiere statt in Beton investieren"

Wie soll die Landwirtschaft bis 2040 aussehen? Mit dieser Frage hat sich die von Landwirtschaftsministerin Kaniber einberufene Junglandwirte-Kommission beschäftigt. In ihrem Abschlussbericht fordert sie auch konkrete Veränderungen für mehr Tierwohl.

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Vor gut einem Jahr hat die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber die sogenannte Junglandwirte-Kommission einberufen. 37 junge Landwirtinnen und Landwirte wurden ausgewählt, um einen Querschnitt der bayerischen Landwirtschaft abzubilden: Junglandwirte aus allen Regierungsbezirken, verschiedene Ausbildungswege, Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe. Gemeinsam sollten sie sich ein Jahr lang Gedanken machen, wie sie sich die Landwirtschaft der Zukunft vorstellen.

Beratungs-App und Bonuspunkte für regionales Einkaufen vorgeschlagen

Herausgekommen ist ein Katalog mit Vorstellungen und Forderungen, den die Junglandwirte nun zuerst der Landwirtschaftsministerin und dann der Öffentlichkeit präsentiert haben. Sie wünschen sich mehr Wertschätzung für ihre Arbeit und einen fairen Wettbewerb – innerhalb der EU und darüber hinaus.

Wichtig ist den Junglandwirten auch die möglichst regionale Lebensmittelversorgung. Für Verbraucher haben Sie daher ein Bonuspunkte-System beim Kauf regionaler Produkte vorgeschlagen. Sie wollen auch mit anderen digitalen Angeboten vorangehen: Ein weiterer Vorschlag ist eine Beratungs-App, die Landwirten Fachwissen und Informationen zu Fördermöglichkeiten zur Verfügung stellen soll.

Herzensangelegenheit Tierwohl

Ein Schwerpunkt in dem Bericht ist aber auch das Tierwohl. Laut Junglandwirtin und Kommissionsmitglied Caroline Brielmair aus Grucking im Landkreis Erding liege ihnen das besonders am Herzen: "Ich habe nur Spaß daran, wenn es meinen Tieren gut geht. Umso gesünder meine Tiere sind, umso bessere Leistungen haben sie." Missstände bei "schwarzen Schafen" unter den Landwirten müssten identifiziert und beseitigt werden, schreibt die Kommission in ihrem Abschlussbericht.

Junglandwirte: Schlachttiertransporte begrenzen

Konkret fordern sie, Schlachtviehtransporte auf eine maximale Entfernung von 400 Kilometern zu begrenzen. Und - nach dem Motto "in Tiere statt in Beton investieren" - wollen sie, dass nicht nur neu gebaute Ställe gefördert werden, sondern auch andere Verbesserungen für mehr Tierwohl. Es soll demnach auch möglich sein, kleinere Umbauten an bestehenden Stellen oder Veränderungen in der Tierhaltung fördern zu lassen. Laut Landwirtschaftsministerin Kaniber hat man damit mit der sogenannten Weideprämie bereits begonnen. "Das wollen wir auf andere Nutztierbereiche ausweiten", so die Ministerin.

Wunsch nach weiteren Veränderungen

Kaniber attestiert den jungen Landwirtinnen und Landwirten viel Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Ob aus den Forderungen und Vorstellungen der Junglandwirte weitere Umsetzungen folgen, liegt nun in Händen der Politik. Junglandwirtin Brielmair ist aber optimistisch, dass sich durch den Bericht der Kommission weiter etwas verändern wird. "Wir sind da und werden kontrollieren und uns, wenn es notwendig ist, auch nochmal zu Wort melden", so Brielmair.

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