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"Wir sind viele" - mit diesem Slogan wirbt das Bündnis "Die Vielen" seit vergangenem Jahr bundesweit. Nun unterstützen auch Kulturschaffende aus Bayern das Projekt. Sie wollen sich gegen rechte Einflussnahme und für Kunstfreiheit stark machen.

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Bayerische "Erklärung der Vielen" in Nürnberg gestartet

Bayerische Kunst- und Kultureinrichtungen haben heute in Nürnberg eine gemeinsame Erklärung gegen rechte Hetze vorgestellt. Damit schließen sie sich der bundesweiten Initiative "Die Vielen" an.

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Bayerische Kunst- und Kultureinrichtungen haben heute in Nürnberg eine gemeinsame Erklärung gegen rechte Hetze vorgestellt und sich damit der bundesweiten Initiative "Die Vielen" angeschlossen. Rund 170 Institutionen und mehr als 300 Einzelpersonen haben die Erklärung als Erstunterzeichner bereits unterschrieben, teilte das Staatstheater Nürnberg mit, das sich ebenfalls für die kulturpolitische Kampagne stark macht.

Verpflichtung für Nürnberg

"Wir fühlen uns als Staatstheater Nürnberg aufgrund unserer Geschichte besonders verpflichtet, Solidarität mit denen zu zeigen, die mit ihrer künstlerischen Arbeit Anfeindungen und Diffamierungen ausgesetzt sind. Erst recht dann, wenn diese Anfeindungen wieder aus politischen Parteien und aus den Parlamenten heraus geschehen", begründet Staatsintendant Jens-Daniel Herzog sein Engagement für "Die Vielen". Als Beispiel nannte die Leiterin des Nürnberger Gostner Hoftheaters, Gisela Hoffmann, gezielte Anfeindungen, mit denen sich das Theater von Seiten der AfD habe auseinandersetzen müssen, als es Geflüchteten freien Eintritt gestattete: Das Gostner Hoftheater sei der Diskriminierung und des Rassismus bezichtigt worden und die AfD habe gedroht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um dem Theater die Subventionen zu streichen, so Hoffmann.

Initiative setzt sich für Freiheit der Menschen ein

Das Bündnis "Die Vielen" will sich nach eigenen Angaben für die Freiheit der Menschen, des Denkens und insbesondere für die Freiheit der Kunst stark machen. Kulturschaffende im Freistaat trügen dafür eine besondere Verantwortung, argumentieren die Initiatoren aus Bayern: Unter anderem sei schließlich München die Hauptstadt der Nationalsozialistischen Bewegung, der Obersalzberg zweiter Regierungssitz des Dritten Reichs und Nürnberg der Aufmarschplatz der Reichsparteitage gewesen.

Bekenntnis zur Vielfältigkeit der Gesellschaft

Die Unterzeichnenden bekennen sich mit ihrer Unterschrift zur Vielfältigkeit der Gesellschaft. Weiter verpflichten sich die Kunst- und Kulturinstitutionen in der Erklärung, zum "offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechtspopulistische Strategien". Weiter heißt es darin:

"Die Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda. Wir wehren die Versuche ab, Kulturveranstaltungen für rechtsnationale Zwecke zu instrumentalisieren. Wir (…) verbinden uns solidarisch mit all den Menschen, die durch rechte Ideologien an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden sollen." Bayerische "Erklärung der Vielen"

Die Kampagne war vergangenen November mit Erklärungen aus Berlin, Hamburg, Dresden und Nordrhein-Westfalen gestartet. Zu den Beteiligten in Bayern gehören unter anderem die Akademie der Bildenden Künste München, die Münchner Kammerspiele, das Altstadttheater Ingolstadt, die Bayerische Staatsoper, das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, das ETA Hoffmann Theater Bamberg, das Münchner Volkstheater und viele andere.

© Regionalzeit Franken

Kunst- und Kultureinrichtungen haben sich in Nürnberg der bundesweiten Initiative "Die Vielen" angeschlossen. Das Bündnis macht sich für die Freiheit der Menschen, des Denkens und der Kunst stark.