Schäufele mit Kloß
Bildrechte: BR/Werner Teufl

Kommt das Schäufele zum Kloß auch künftig aus Franken? Der Bayerische Bauernverband sorgt sich darum, denn immer mehr Schweinebauern geben auf.

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Bayerische Bauern: Ist das fränkische Schäufele in Gefahr?

Der Bayerische Bauernverband schlägt Alarm und trifft tief die fränkische Seele. Das Schäufele könnte bald nicht aus Franken, sondern aus Spanien kommen, wenn die Tierhaltung weiter reduziert wird, fürchtet er und fordert regionale Fleischproduktion.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Eine knusprige, goldbraune Schwarte und Fleisch, das sich leicht vom Knochen löst: Das macht das fränkische Schäufele aus. Die geschmorte Schweineschulter ist eine Spezialität, die in ganz Franken auf den Tisch kommt. Doch damit könnte bald Schluss sein, befürchten Bauern in Bayern. "Das Schäufele ist gefährdet", sagt der Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Günther Felßner. Die bayerischen Bauern warnen vor einer Reduzierung der Tierhaltung in Deutschland.

Schweinehalter unter Druck

Gerade die Schweinehalter seien unter Druck: Binnen zehn Jahren habe die Hälfte der Betriebe angesichts der Rahmenbedingungen aufgegeben. Wenn die Entwicklung so weitergehe, werde das fränkische Schäufele künftig aus Spanien kommen. "Fleisch gehört zu einer gesunden Ernährung", so Felßner, der in Mittelfranken einen Milchviehbetrieb hat.

Forderung nach regionaler Fleischproduktion

Felßner wendet sich auch gegen Pläne von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), der die Tierbestände in Deutschland zugunsten von Tierwohl und Klimaschutz reduzieren will. "Das ist der absolut verkehrte Weg", sagt der Bauernpräsident. Wenn die Menschen Fleisch essen wollten, sollte dies auch regional produziert werden. Der Weg zu mehr Tierwohl gehe über die Ladentheke oder über Transferzahlungen an die Bauern. Hohe Qualität habe ihren Preis. In der aktuellen Krise sparten die Menschen aber beim Lebensmittelkauf. Felßner verlangt zudem neben einer Haltungskennzeichnung auch eine Herkunftskennzeichnung von Fleisch. "Das gehört zur Wahrheit und Klarheit des Einkaufs dazu." Es reiche nicht, die Haltungsart zu nennen, wenn unklar bleibe, woher das Produkt komme.

Landwirte wollen Sicherheit

Es gehe auch um die Versorgungssicherheit aus eigener Landwirtschaft. Die Bauern fordern eine Umsetzung des von der bayerischen Staatsregierung vor drei Jahren ausgegebenen Ziels, in staatlichen Kantinen bis 2025 mindestens 50 Prozent der Produkte aus regionaler oder ökologischer Erzeugung anzubieten. Landesbäuerin Christine Singer sagt, in Kantinen, aber auch in Kindergärten und Schulen dürfe Fleisch nicht komplett vom Speiseplan verschwinden. Es müsse eine Wahlmöglichkeit geben. "Für mich ist Fleisch ein hochwertiges Lebensmittel, das wir in unserer Ernährung brauchen", so Singer. Es gehöre auch zum Kreislauf in der Landwirtschaft: Wer Tiere habe, habe auch Dünger. Singer sprach sich zudem für ein eigenständiges Schulfach zur Stärkung von Alltagskompetenzen aus, von der Ernährung über soziale Themen bis zum Umgang mit Geld. Dazu müsse unter Umständen ein eigener Studiengang eingerichtet werden.

Mit Material von dpa.

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