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"Bavaria One": Söders Raumfahrtprojekt kommt nicht in Fahrt

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"Bavaria One": Söders Raumfahrtprojekt kommt nicht zum Fliegen

Vor gut zwei eineinhalb Jahren hatte Ministerpräsident Söder "Bavaria One" ins Leben gerufen. Mehrere hundert Millionen Euro sollten in das bayerische Raumfahrtprogramm investiert werden. Doch bislang ist nur ein Bruchteil der Summe ausbezahlt.

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Die Begeisterung für die Raumfahrt teilt man auch in der bayerischen Staatskanzlei. Ministerpräsident Söder bezeichnet sich selbst als "Fan von Astronomie". Außerdem gilt er als begeisterter Anhänger von "Star Wars" und "Star Trek".

Es passt also ins Bild, dass Söder vor gut anderthalb Jahren ein eigenes bayerisches Raumfahrtprogramm ankündigte. Im Oktober 2018 sagte Söder, das Programm "Bavaria One" sei ein Blick ins Weltall, "aber nicht um nach Aliens zu suchen, sondern um die Erde besser zu verstehen."

700 Millionen Euro für Bavaria One

Konkret versprach Söder damals Fördergelder in Höhe von 700 Millionen Euro, um Zukunftstechnologien im Bereich der Luft- und Raumfahrt zu fördern.

Gut anderthalb Jahre später ist allerdings nur ein Bruchteil dieser Summe ausgezahlt. Auf BR-Anfrage räumt das auch das zuständige Wirtschaftsministerium ein, das Ganze brauche eben noch etwas Vorlauf, bis die Fördergelder in größerem Umfang ausbezahlt werden könnten.

Konkret sind bislang 30 Millionen für ein Satelliten-Kompetenzzentrum, verschiedene Forschungsprojekte und Unternehmensgründungen vorgesehen. Außerdem werden 40 Stellen für eine neue Raumfahrt-Fakultät an der TU München finanziert. 

Kritik von der Opposition

Die FDP im Landtag kritisiert, angesichts dieser Bilanz sei von den großen Zukunftsversprechen nicht mehr viel übrig. Die FDP nennt das eine "Beerdigung zweiter Klasse", und das sei schade. Denn abgesehen von dem albernen Namen habe das Projekt Potenzial, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Hagen.

Aiwanger verteidigt sich

Der bayerische Wirtschaftsminister widerspricht. Zwar hatte Hubert Aiwanger damals "Bavaria One" heftig kritisiert. Doch inzwischen ist er selbst für das Projekt verantwortlich. Nichts sei beerdigt, man wolle gar nicht "hunderte Millionen auf einen Schlag ausgeben". Aiwanger spricht von langfristigen Strategien. Es dauere Jahre, Materialforschung zu betreiben oder Lehrstühle aufzubauen, um Studenten zu unterrichten.

Bavaria One trotzt Corona

Tatsächlich ist die Liste der geplanten Vorhaben lang. Von der Satellitengeodäsie bis hin zu neuen Space-Start-Ups hat sich der Freistaat einiges vorgenommen.

Daran soll auch die Corona-Krise nichts ändern. Die versprochenen 700 Millionen soll es auch weiterhin geben, heißt es in der Staatskanzlei. Nur eben nicht sofort - sondern im Zeitraum der nächsten acht Jahre.

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