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Bavaria Film: 100 Jahre innovativ und explosiv | BR24

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© pa/dpa/Tobias Hase

Für die TV-Serie "Marienhof" fliegt auf dem Gelände der Bavaria Film Studios in Grünwald eine Kulisse in die Luft (Archivbild).

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Bavaria Film: 100 Jahre innovativ und explosiv

Los Angeles hat Hollywood, Berlin Babelsberg und München Geiselgasteig. Vor 100 Jahren, am 1. Januar 1919, sind die Bavaria Filmstudios gegründet worden. Zum Jubiläum wird im März eine interaktive Ausstellung eröffnet.

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Einem gebürtigen Mühldorfer verdankt München sein "Hollywood im Isartal": Filmpionier Peter Ostermayr gründete am 1. Januar 1919 seine eigene Filmfirma, die Münchner Lichtspielkunst, aus der 1938 die Bavaria Filmkunst wurde.

Alles fing mit einem Glasatelier an

Schon im September 1919 ließ Ostermayr im Grünwalder Ortsteil Geiselgasteig das erste Studio bauen – ein Atelier aus Glas, wie es in den Anfangsjahren des Films üblich war; damals ja noch Stummfilm. Das Atelier wurde im Sommer 1928 bei einem Hagelschauer zerstört, auf seinen Fundamenten steht aber heute noch das Studio 1.

Hitchcock dreht 1925 in den Bavaria Studios

Nach beschaulichen Heimatfilmen, die in den 1920er-Jahren in Geiselgasteig gedreht wurden, kam 1925 der junge Alfred Hitchcock. In Geiselgasteig drehte er das Meldodram "Irrgarten der Leidenschaft", der erste vollendete Spielfilm des Regisseurs!

Von den Nazis wurden die Studios in den 1930er-Jahren zwar finanziert, aber gleichzeitig klein gehalten – Propagandaminister Goebbels, Chef des deutschen Films, wollte keine Konkurrenz zur großen Ufa in Babelsberg, wie der Filmhistoriker Rolf Aurich von der Deutschen Kinemathek in Berlin sagt.

In Geiselgasteig drehen, in Grünwald wohnen

Nach dem Krieg entstanden allein in den 1950er-Jahren 32 Filme bei der Bavaria. Damals kamen Filmgrößen wie Orson Welles, Gregory Peck, Gene Kelly und Tony Curtis nach Grünwald, das zum schicken Nobelwohnort vieler Stars – unter anderem Senta Berger, Joachim Fuchsberger, Uschi Glas und Heinz Rühmann – wird.

"Gesprengte Ketten" mit Steve McQueen und Billy Wilders "Eins, Zwei, Drei" stehen für die 60er-Jahre. In den 1970ern folgten "Cabaret" mit Liza Minelli, der mit acht Oscars ausgezeichnet wurde, und Ingmar Bergmans "Schlangenei". Rainer Werner Fassbinder, der in Geiselgasteig die 14-teilige TV-Serie "Berlin Alexanderplatz" stemmte, läutete die 80er ein. Dann kam Wolfgang Petersen mit "Das Boot" und "Die unendliche Geschichte". In dieser Zeit führte und prägte Günter Rohrbach die Bavaria.

Neuauflage von "Das Boot" als TV-Serie

Das U-Boot und der Glücksdrache "Fuchur" aus der "Unendlichen Geschichte" sind auch heute noch die größten Attraktionen der Bavaria-Filmstadt mit jährlich bis zu 250.000 Besuchern. Während das Original-U-Boot in die Jahre gekommen ist, haben die Macher der Bavaria Film der Geschichte neues Leben eingehaucht und den Filmklassiker als moderne TV-Serie weitererzählt.

Wieder mehr Kinofilme geplant

In den vergangenen Jahren ist die Bavaria vor allem durch Fernsehproduktionen wie "Sturm der Liebe" oder den Münchner Tatort bekannt. "Die versuchen immer den Spagat zwischen Qualität und Popularität", sagt die Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg. Die Zukunft des Unternehmens soll aber nicht nur in der Serie liegen, kündigt Geschäftsführer Achim Rohnke an. "Mittelfristig streben wir jährlich ein bis zwei Kinoeigenproduktionen an."

Michael Herbigs "Bullyversum" muss Jubiläumsausstellung weichen

Seit 2004 und "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" sind Michael "Bully" Herbig und die Bavaria ein Erfolgsteam. Die Bavaria Film GmbH, wie sie seit 1987 offiziell heißt, hat Herbig sogar ein eigenes Museum gewidmet. Das "Bullyversum" muss nun allerdings der großen Jubiläumsausstellung "Bavaria Film – eine interaktive Zeitreise durch hundert bewegte Jahre" weichen. Sie wird im März eröffnet und soll Höhepunkt der Geburtstagsfeier sein.

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Autoren
  • BR24 Redaktion
  • Günther Rehm
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