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Die Firma Mauss Bau aus Erlangen hat für sich selbst eine Testpflicht eingeführt.

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    Bauunternehmen aus Erlangen testet Mitarbeiter regelmäßig

    Was Bundesarbeitsminister Heil einführen will, ist bei einer Erlanger Baufirma schon längst Realität: Die Mitarbeiter müssen regelmäßig Corona-Tests machen. Dafür hat das Unternehmen auch einiges investiert.

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    Von
    • Roland Zimmermann

    Das Erlanger Bauunternehmen "Mauss Bau" hat mehrere Baustellen in ganz Bayern. Dort arbeiten etwa 1.000 Menschen für den Betrieb –darunter die eigenen Mitarbeiter und solche von Fremdfirmen. Im vergangenen Winter nahmen auf den Baustellen die Infektionszahlen zu. Der geschäftsführende Gesellschafter Philipp Schneider begann daher, seinen Mitarbeitern regelmäßig Corona-Antigen-Selbsttests anzubieten – zunächst freiwillig. Zwar konnten so vereinzelte Infektionsfälle frühzeitig erkannt werden, doch der erhoffte Erfolg blieb aus.

    Auf konsequente Teststrategie umgestellt

    Danach entschied er sich zu einem "harten Schritt", wie Schneider im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte. Er führte in dem Unternehmen eine Testpflicht ein. Seitdem werden alle Mitarbeiter zweimal pro Woche getestet.

    In drei umgebauten Testmobilen werden die Abstriche genommen. In den auffällig gekennzeichneten Lieferwagen wird etwa 1.000 Mal pro Woche getestet. Fällt ein Schnelltest positiv aus, muss der Betreffende sofort einen PCR–Test machen. Selbst dafür habe sich das Unternehmen die entsprechende Ausrüstung besorgt, so Schneider.

    Ein finanzieller Kraftakt, der sich lohnt

    Die Investition lohnt sich, sagt Philipp Schneider. Im Vergleich dazu würden Corona-bedingte Ausfälle auf den eng getakteten Baustellen deutlich mehr kosten. Außerdem glaubt er, durch das konsequente Testen inzwischen auch die symptomfreien Infizierten identifizieren zu können und so Schlimmeres zu verhindern. Die derzeitigen Infektionszahlen sprächen dafür, sie seien deutlich zurückgegangen, heißt es.

    Tausende Antigen–Schnelltest gesichert

    Das Bauunternehmen hat auch schon für die Zukunft vorgesorgt und sich tausende Antigen-Schnelltests beschafft. Denn wenn die Testpflicht für alle Unternehmen kommt, befürchtet Mauss Bau Engpässe. Und Bauarbeiter könne man nicht ins Home-Office schicken, sagt Philipp Schneider.

    Schon viele Krisen überlebt

    Schneider hoffe, mit der Strategie auf dem richtigen Weg zu sein. Das Unternehmen hat schon einmal eine schlimmere Pandemie überstanden: die Spanische Grippe vor rund 100 Jahren. Damals leitete eine Frau das inzwischen 134 Jahre alte Familienunternehmen.

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