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Bagger Baustoffdeponie Symbolbild

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Baustoffe illegal entsorgt? Durchsuchung von Firma bei Würzburg

Weil Baustoffe oder Abfälle möglicherweise nicht vorschriftsgemäß entsorgt wurden, haben Ermittler die Räume eines Entsorgungsbetriebs bei Würzburg durchsucht. Es wäre nicht der erste Fall einer illegalen Mülldeponie in Bayern.

Hat ein Entsorgungsbetrieb bei Würzburg Baustoffe oder Abfälle nicht vorschriftsgemäß entsorgt? Um diese Frage geht es bei Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Laut BR-Informationen fand in den Firmenräumen eine Durchsuchung statt. Die Staatsanwaltschaft Würzburg bestätigt das auf Anfrage. Demnach geht es um den Verdacht des unerlaubten Betreibens einer Anlage.

Ermittler überprüfen Genehmigungen

Die Ermittlungen befinden sich am Anfang, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nach Angaben der Ermittler sollen bei der Durchsuchung Akten beschlagnahmt worden sein. Wie ein Sprecher erklärt, werde nun geprüft, was angeliefert wurde und ob die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Der Entsorgungsbetrieb war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar.

Skandal um Bauschutt-Entsorgung in Niederbayern

Ähnliche Ermittlungen laufen seit Sommer auch im Landkreis Deggendorf in Niederbayern. Dort steht die Baufirma Karl im Visier der Staatsanwaltschaft. Ihr wird das Betreiben illegaler Mülldeponien vorgeworfen. Im November haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf den Raum Landshut ausgeweitet. Dort sind die Ermittler auf eine nicht genehmigte Lagerstätte mit einigen Hundert Tonnen Bauschutt gestoßen. Die Baufirma wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Fälle illegaler Entsorgung in Unterfranken

Auch in Unterfranken gab es in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Fälle. 2021 musste etwa ein Feldweg im Würzburger Stadtteil Oberdürrbach abgetragen werden, weil er mit teerhaltigem Material belastet war. 2016 ist bekannt geworden, dass in einem Steinbruch in Aub im Landkreis Würzburg tonnenweise Bauschutt illegal entsorgt worden war. Auch Gewässer wurden dadurch verunreinigt.

Bund Naturschutz: Praxis ist "fatal"

"Es ist fatal, wenn sich jemand nicht an die Vorgaben hält. Das kann zu großen Umweltschäden führen", sagt Steffen Jodl vom Bund Naturschutz im Gespräch mit BR24. Besonders gefährlich sei es, wenn Baustoffe in der Nähe von Gewässern entsorgt werden. Im schlimmsten Fall könne das Grundwasser verunreinigt werden. "Das muss unbedingt verhindert werden. Es gibt nicht umsonst Vorgaben", so Jodl.

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