BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Baustellen in Oberfranken verstoßen gegen Corona-Maßnahmen | BR24

© picture alliance/SvenSimon

Nicht auf allen Baustellen in Oberfranken würden Hygienemaßnahmen eingehalten, kritisiert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

Per Mail sharen

    Baustellen in Oberfranken verstoßen gegen Corona-Maßnahmen

    Kein Mundschutz und kein Desinfektionsmittel: Die Baugewerkschaft in Oberfranken kritisiert, dass auf vielen Baustellen in der Region gegen Hygienemaßnahmen verstoßen werde. Das könne zum Teil nicht verhindert werden, erklärt ein Bauunternehmer.

    Per Mail sharen
    Von
    • Lasse Berger

    Auf vielen Baustellen in Oberfranken wird gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstoßen: Dies ist das Ergebnis von Stichproben auf Baustellen, die der Bezirksverband der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) durchgeführt hat.

    Viele Baufirmen unterschätzen das Coronavirus

    Wie der Verband mit Sitz in Bayreuth in einem Schreiben mitteilt, werden Abstands- und Hygieneregeln oft nicht mehr eingehalten. Zum Teil gebe es nicht einmal mehr die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Viele Baufirmen würden die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auf die leichte Schulter nehmen, das sei fatal, erklärte der Vorsitzende der IG BAU Oberfranken, Gerald Nicklas.

    "Oft ist nicht einmal das Händewaschen möglich. Ein Waschbecken mit Seife und fließendem Wasser – Fehlanzeige. Von Desinfektionsmittel-Spendern ganz zu schweigen." Gerald Nicklas, Vorsitzender der IG BAU Oberfranken

    Infektionsgefahr erhöht sich bei Sammeltransporten

    Vielerorts werde immer häufiger wieder unter den Umständen gearbeitet, wie sie vor der Pandemie geherrscht haben. Der Verband habe zudem beobachtet, dass Sammeltransporte in Kleinbussen bereits wieder an der Tagesordnung seien. Dabei erhöhe sich die Infektionsgefahr. Arbeitgeber müssten deshalb Einzelfahrten möglich machen, fordert Nicklas.

    Auf dem Bau kann der Abstand nicht immer eingehalten werden

    Wenn Menschen in Linienbussen fahren können, dann könnten die Hygienemaßnahmen auch in Kleinbussen eingehalten werden, hält indes Thomas Maier dagegen. Er ist Geschäftsführer eines Bauunternehmens in Pegnitz im Landkreis Bayreuth. Im Gespräch mit dem BR bestätigte er, dass er das Thema Corona täglich mit seinen Mitarbeitern bespreche und sie entsprechend instruiere. In bestimmten Situationen sei es jedoch unvermeidlich, die Abstandsregeln zu verletzen, so Maier. Wenn beispielsweise mehre Bauarbeiter in einem Aufzugschacht arbeiteten, würden sie sich zwangsläufig näherkommen.

    Unternehmen sind für verantwortlich den Schutz der Bauarbeiter

    Nichtsdestotrotz nimmt Nicklas die Bauunternehmen in die Pflicht. Während der Corona-Pandemie hätten Baubeschäftigte volle Leistung gezeigt. Dafür müssten sie auch vollen Gesundheitsschutz verdienen, so Nicklas. Die Baufirmen sollten deshalb mehr Geld für Hygienemaßnahmen ausgeben und darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!