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Baustart oder Baustop im Gewerbegebiet Argental | BR24

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Seit Jahren wird in der Verwaltungsgemeinschaft Argental um das geplante interkommunale Gewerbegebiet gestritten. Heute wurde nun mit der Erschließung begonnen, obwohl noch eine Klage läuft.

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Baustart oder Baustop im Gewerbegebiet Argental

Beeinträchtigt der Bau eines Gewerbegebiets das Landschaftsbild? Diese Frage entzweit die Lager im Westallgäu. In der Nähe von Gestratz haben die Bauarbeiten für ein neues Gewerbegebiet begonnen. Doch abgeschlossen ist der Fall damit noch nicht.

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Eine Wiese im Westallgäu, dahinter erheben sich Tannen, eine knorrige Linde steht direkt an der Verbindungsstraße zwischen Gestratz und Grünenbach. Hier soll auf einer Fläche von 6,4 Hektar ein neues Gewerbegebiet entstehen, das entspricht etwa neun Fußballfeldern.

"Allgäu wird verkauft"

Viele Gestratzer Bürger sind darüber entsetzt und sprechen dem BR gegenüber von einem überflüssigen und unnötigen Gewerbegebiet. Gemeinderat Gebhard Baur hält vor allem den Standort für ungeeignet. Außerdem werde die landschaftliche Freifläche zwischen den Dörfern verschwinden. "Das Allgäu wird immer mehr verkauft", sagt Baur.

Landschaftsbild zerstört? - BUND klagt

Ähnlich sieht es Bund-Naturschutz (BUND) in Bayern. Die Naturschützer möchten das Landschaftsbild erhalten und klagen deshalb vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) . Erst vor wenigen Tagen hat Thomas Frey, der Regionalreferent für Schwaben, einen Eilantrag gestellt. Laut VGH ist noch nicht klar, wann darüber entschieden wird. Klar ist: Es ist ein Präzedenzfall. Der VGH muss vor allem eine Frage klären: Wird der Bau des Gewerbegebiets das Landschaftsbild wesentlich beeinträchtigen? Laut einem Passus im bayerischen Landesentwicklungsplan darf das nicht sein.

Gewerbegebiet sorgt für Streit

Der Streit um das Gewerbegebiet der Verwaltungsgemeinschaft Argental, der die Gemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach im Westallgäu angehören, ist aber schon viel älter. Es wurde eine Bürgerinitiative gegründet, eine Petition gegen das Gewerbegebiet haben mehrere hundert Menschen unterschrieben.

Andere sind aber auch für das Gewerbegebiet. Magnus Rasch betreibt einen Bio-Hof gut 100 Meter vom Bauplatz entfernt. Er hätte guten Grund gegen das Projekt zu sein, aber er findet es gut, dass die vier Gemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach hier zusammenarbeiten. Für den Gestratzer Bürgermeister Engelbert Fink geht es um ortsnahe Arbeits- und Ausbildungsplätze. Er sagt: "Wir brauchen ein Gewerbe."