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Blutige Schrammen, angriffslustige Insekten und Urvertrauen in die Seilsicherung: Das gehört zum Job einer Baumpflegerin dazu.

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Baumpflegerin: Schweißtreibender Job am Seil

Blutige Schrammen, angriffslustige Insekten und Urvertrauen in die Seilsicherung: Das gehört zum Job einer Baumpflegerin dazu. Edith Steinbauer sorgt dafür, dass Bäume lange gesund wachsen und von ihnen keine morschen Äste abbrechen.

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Von
  • Christian Riedl
  • BR24 Redaktion

Edith Steinbauer ist Baumpflegerin. Sie sorgt dafür, dass Bäume lange gesund wachsen und von ihnen keine morschen Äste abbrechen. Das ist wichtig, denn viele Baumarten leiden unter der Trockenheit.

Gefährlicher Job in luftiger Höhe

Ein Kinderspielplatz in Ruhmannsfelden im Bayerischen Wald: Sandkasten, Kletterturm und Schaukel befinden sich im Schatten hoher Linden und Bergahorne. Es wäre eine Katastrophe, würden hier Äste aus den Kronen fallen - sie könnten Kinder und Spaziergänger gefährden. Deswegen klettern Baumpflegerin Edith Steinbauer und ihr Kollege Florian Dachs hier regelmäßig bis ins über 25 Meter hohe Geäst.

Sie arbeiten nie allein, ihr Job ist gefährlich. Denn Edith Steinbauer hängt ihr Leben an ein spezielles Seil, das oben in der Baumkrone über einen dicken Ast gezogen ist. "Es bleibt immer ein mulmiges Gefühl. Gerade hier, wenn man im Blätterwerk den Ankerpunkt nicht sieht. Aber wenn man ein paar Meter geklettert ist, ist's gut, es ist ja immer so bei uns."

Fachwissen beim Entfernen toter Äste gefordert

In der schaukelnden Krone untersucht Edith Steinbauer die über 200 Jahre alte Linde genau. Und ist zufrieden. Seit mehreren Jahren kennt sie den Baum, hat bereits mehrfach kranke und morsche Äste entfernt. "Das alles sieht wirklich sehr gut aus. Dieser Baum und sein Astwerk sind stabil."

Anders der mächtige Bergahorn daneben: Er sieht im Vergleich zur Linde mager aus. "Er hat zwar grüne Blätter, aber es könnten mehr sein. Hier erkennt man ganz gut, dass dieser Baum unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten hat." Besonders deutlich wird das beim Aufstieg, denn vom Boden aus sind die Schäden nicht alle zu erkennen: In der Krone sind bereits zahlreiche Äste tot. Die muss Baumpflegerin Edith Steinbauer entfernen.

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Ein Seil sichert die Baumpflegerin

Eine rasiermesserscharfe Säge als Arbeitsgerät

Zusätzlich zum Aufstiegsseil klinkt sich Edith Steinbauer in eine weitere Sicherung ein - und erreicht mit einem wahren Kraftakt auch Äste, die weit aus der Stammmitte herausragen. Ihre Säge ist rasiermesserscharf. "Eine echte Waffe", warnt die Baumpflegerin. "Wenn ein Sicherungsseil unter Spannung steht und wir es damit berühren, würde wir das Seil kappen." Höchste Vorsicht und Präzision sind deswegen bei der Arbeit der Baumpfleger hoch überm Boden notwendig.

Nach mehr als zwei Stunden schweißtreibender Arbeit liegt schließlich ein Haufen Totholz auf dem Boden. "Besser hier als am Baum, das wäre eine echte Gefahr", sagt Edith Steinbauer. Baumpflegerin, ein Job, für den man schwindelfrei sein und Bäume mögen muss - und gleichzeitig weder Angst vor Schrammen noch Insekten haben sollte.

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