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Klimaschützer haben einen Baum an der Passauer Innpromenade besetzt.

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Baum besetzt: Naturschützer fordern besseren Klimaschutz

Vier Klimaaktivisten haben an der Passauer Innpromenade einen Baum besetzt. Sie wollen von dort aus für mehr Klimaschutz kämpfen - so lange wie nötig. Bisher haben es Polizei und Feuerwehr nicht geschafft, sie zum Runtersteigen zu bewegen.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Vier Klimaaktivsten besetzen seit sechs Uhr morgens an der Passauer Innpromenade einen Baum. Der Grund: In ihren Augen ist das Klimaschutzkonzept der Stadt weder transparent noch erfolgversprechend. Die Aktivisten wollen vom Baum aus für eine Verbesserung des Konzepts kämpfen. Sie planen ein Baumhaus zu bauen und erst dann herunterkommen, wenn ihre Forderung erfüllt wird. Die lautet: mehr für den Klimaschutz in Stadt und Landkreis zu tun.

Baum nicht zufällig gewählt

Von der Stadt Passau erwarten sich die Aktivisten zum Beispiel den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Der Auto-Verkehr in der Stadt soll bis 2030 um 25 Prozent gesenkt und bis 2040 halbiert werden, so die Forderung. Außerdem wollen die Aktivisten die Nordtangente verhindern, eine Bundesstraße, die die B12 im Norden Passaus mit der Autobahn verbinden würde. Gerade im Landkreis wird die Nordtangente immer wieder gefordert.

Den Baum haben die Klimaschützer nicht zufällig gewählt: Die Stadt lässt im Moment prüfen, ob sich an dieser Stelle eine Flutschutzmauer verwirklichen ließe. Sollte der Hochwasserschutz tatsächlich kommen, müssten einige Bäume entlang der Innpromenade gefällt werden.

Polizei verhandelt mit Klimaschützer

Einsatzkräfte der Polizei haben die Innpromenade gesperrt. Sie versuchen, mit den Baumbesetzern zu verhandeln und hoffen, dass die Klimaschützer von sich aus einlenken. Die Feuerwehr hat dafür eine Drehleiter am Innufer aufgebaut. Bislang verliefen die Gespräche ohne Erfolg. Die Polizei bewertet die Baumbesetzung als nicht angemeldete und nicht genehmigte politische Versammlung. "Wir werden prüfen, inwieweit wie die Versammlung laufen lassen und wann wir sie auflösen. Gegebenenfalls müssen wir die Leute vom Baum holen. Aber das wollen wir nicht. Es soll eine gemeinsame Lösung werden, wir hoffen auf das Einlenken der Versammlungsteilnehmer", sagt Einsatzleiter Christian Dichtl.

Mittlerweile gibt es an der Ecke Innstraße /Nikolastraße auch schon eine Solidaritäts-Demo von rund 15 Männern und Frauen.

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Christian Dichtl, der Leiter der Passauer Polizei, über die Baumbesetzung in Passau

Essen, Trinken und Schlafsäcke mitgenommen

Die Aktivisten haben sich darauf eingestellt, länger auf dem Baum zu campieren. Essen, Trinken und Schlafsäcke hängen in den Ästen. Doch die Komposttoilette haben die Teilnehmer vergessen, erzählen sie. Eigentlich war es der Plan der Teilnehmer, sich mit der Baumbesetzung abzuwechseln. Doch sobald sich jemand abseilt, wird die Polizei wohl ein erneutes Aufsteigen verhindern. Die Polizei will keine weiteren Leute auf den Baum klettern lassen.

Vor Ort ist auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Toni Schuberl. Als parlamentarischer Beobachter will er den ganzen Tag dabei sein und überprüfen, ob sich beide Seiten an die Regeln halten, sagt er. Dafür spricht er immer wieder mit beiden Seiten: den Aktivisten und mit der Polizei.

Werden Fledermäuse durch die Aktion gestört?

Die Baumgruppe an der Innpromenade ist ein Naturdenkmal. Wie Einsatzkräfte der Feuerwehr mitteilen, ist an dem besetzen Baum ein Nistkasten für die Fledermaus angebracht. "Die Fledermaus ist nach der Aktion bestimmt nicht mehr da", vermutet ein Feuerwehrmann.

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