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Alles zur Maskenpflicht

Baugewerbe läuft weiter – trotz Corona-Vorschriften | BR24

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Homeoffice auf der Baustelle? Das geht nicht. Außerdem würden viele Baufirmen vertragsbrüchig werden, wenn sie nicht erscheinen. Was bedeutet das für die Bauarbeiter? Wie können sie sich vor dem Virus schützen?

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Baugewerbe läuft weiter – trotz Corona-Vorschriften

Bisher läuft nach Einschätzung der IG Bau Mittelfranken der Betrieb auf den meisten Baustellen hierzulande noch ungehindert weiter. Allerdings mahnt die Gewerkschaft Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen an.

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Während bei uns Arbeiten auf Baustellen derzeit trotz Corona noch weiterlaufen, haben in Österreich viele Bauunternehmen den Betrieb bereits eingestellt. Der Regionalleiter der IG Bau für Mittelfranken, Hans Beer, mahnt aber an, dass Hygienevorschriften und Abstandsgebote auch für die Beschäftigten am Bau gelten und eingehalten werden müssten.

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Arbeitgeber müssen für Schutz der Bauarbeiter sorgen

Beer befürchtet, dass dies vielerorts nicht der Fall ist. Wörtlich sagte er: "Dazu kenne ich die Bauarbeitgeber zu gut." Es sei Aufgabe der Arbeitgeber für den Schutz der Arbeiter zu sorgen, vor allem durch Wasch- und Desinfektionsmöglichkeiten, Toiletten ohne Wasseranschluss seien ungeeignet. Außerdem dürften die Arbeiter nicht mehr in Gemeinschaftsbussen zur Baustelle kommen. Wenn ihnen dadurch zusätzliche Kosten entstehen, müsse die der Arbeitgeber übernehmen. Entsprechende Hygiene-Regeln sollten auf allen Baustellen aushängen.

Wirtschaftliche Folgen von Corona für Bauarbeiter befürchtet

Beer befürchtet zudem, dass die Corona-Krise massive wirtschaftliche Folgen für die Arbeiter haben könnte. Denn in den nächsten Wochen könnte es auch auf deutschen Baustellen immer weniger zu tun geben, da viele ausländische Arbeiter und Subunternehmen wegbleiben und es zu Materialengpässen kommen könnte. Dann müssten die Betriebe Kurzarbeit anmelden. Das Kurzarbeitergeld sei aber viel zu niedrig.

Aufforderung: Kurzarbeitergeld erhöhen

In einem Schreiben vom heutigen Tag fordert die IG Bau Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, das Kurzarbeitergeld deutlich auf über 80 Prozent des entfallenen Nettolohns anzuheben. Bisher liegt es bei maximal 67 Prozent. Lohneinbußen von bis zu 60 Prozent über mehrere Monate seien aber von den Arbeitnehmern nicht zu verkraften.

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