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Bauernprotest: 3.000 Menschen bei Mahnfeuern in Unterfranken | BR24

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Bundesweit brannten am Samstagabend rund 1.400 Mahnfeuer, entzündet von wütenden Landwirten. Auch in Franken protestierten vielerorts Bauern.

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Bauernprotest: 3.000 Menschen bei Mahnfeuern in Unterfranken

Bundesweit haben am Samstagabend vermutlich rund 1.400 sogenannte Mahnfeuer gebrannt, allein in Unterfranken waren es 38. Damit wollten die Landwirte erreichen, dass nicht nur über sie, sondern mit ihnen gesprochen wird.

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Aufgerufen zu der Aktion hatte die Gruppe "Land schafft Verbindung". Der Gruppe gehören sowohl Landwirte, als auch Winzer oder Obstbauern an. Wie Claus Hochrein, einer der bayerischen Sprecher der Gruppe "Land schafft Verbindung" gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte, wolle die Gruppierung erreichen, dass Landwirte bei politischen Entscheidungen, wie beispielweise der Verschärfung der Düngeverordnung für 2020, mitreden können. Die Landwirte fühlen sich durch zum Teil hohe Nitratwerte im Grundwasser, Verkehrsbehinderungen mit ihren Traktoren auf Straßen oder Staubentwicklung bei der Bodenbearbeitung an den Pranger gestellt. Laut Hochrein wollen die Landwirte mit ihrer Protestaktion unter anderem erreichen, dass eine Verschärfung der Düngemittelverordnung nicht kommt.

38 Mahnfeuer allein in Unterfranken

Nach Schätzungen Hochreins waren bei den Mahnfeuern jeweils zwischen 40 und 200 Menschen. Er geht pro Mahnfeuer von durchschnittlich 80 Besuchern aus. In Unterfranken brannten 38 Mahnfeuer, bayernweit waren es über 160. Diese wurden laut Hochrein von rund 3.000 Menschen besucht, bundesweit wird die Zahl der Teilnehmer auf über 11.000 geschätzt.

Kritik von Naturschützern

Der Bund Naturschutz in Bayern erklärte, die Proteste seien grundsätzlich berechtigt. Die Existenzsorgen vieler Betriebe hätten ihre Ursachen in einer verfehlten agrarpolitischen Weichenstellung der EU, die von der deutschen und bayerischen Agrarpolitik unterstützt worden sei. Zugleich kritisierte der BUND-Landesvorsitzende, Richard Mergner, in einer Mitteilung Landwirte, die gegen Naturschützer, Journalisten oder Politiker protestierten, aber die Auswirkungen der Intensivproduktion, wie Grundwasserbelastung und Artensterben, nicht angehen wollten. "Bauernproteste sind grundsätzlich berechtigt und werden dann auch etwas bewirken, wenn die Ursachen der Niedrigpreispolitik und des Zwangs zur Intensivproduktion angegriffen werden", erklärte Mergner. Notwendige Veränderungen dürften nicht als Gängelungen oder Schikanen bezeichnet werden.