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Eher kühl und nass war der April - was gerade Landwirte freuen dürfte. Die Natur ist aktuell ein bisschen hinterher. Laut Fränkischem Weinbauverband ein Vorteil, denn: Die Eisheiligen, die 2020 enorme Frostschäden verursacht haben, stehen noch bevor.

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Bauern freuen sich über kühle Temperaturen und Niederschläge

Eher kühl und nass war der April – was gerade Landwirte freuen dürfte. Die Natur ist aktuell ein bisschen hinterher. Laut Fränkischem Weinbauverband ein Vorteil, denn: Die Eisheiligen, die 2020 enorme Frostschäden verursacht haben, stehen noch bevor.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Norbert Steiche
  • Julia Dechet

Der eine oder andere hätte es im bisherigen Frühling gerne etwas wärmer und trockener gehabt. Aber der Regen und die niedrigen Temperaturen im April hatten auch ihr Gutes, etwa für die Winzer: Die niedrigen Temperaturen führen dazu, dass der Rebenaustrieb später stattfindet, erklärt ein Sprecher des Fränkischen Weinbauverbands in Würzburg. Dadurch werde die Gefahr von Frostschäden minimiert. Zwar stehen die in der Landwirtschaft fast schon gefürchteten "Eisheiligen" noch bevor. Starker Frost spielt in bisherigen Wetterprognosen aber derzeit keine Rolle.

2020 große Frostschäden an den Weinreben

Im vergangenen Jahr hat der Frost unterfränkische Winzer hart getroffen. Laut einem Sprecher des Fränkischen Weinbauverbands sind im Frühjahr 2020 im gesamten fränkischen Weinanbaugebiet zwischen 25 und 30 Prozent der Weinreben durch Frost abgestorben. Am schlimmsten getroffen hatte es die gesamte Mainschleife, den Steigerwald und den Landkreis Bad Kissingen. Dort sprachen die Winzer von 80 Prozent Ausfällen und mehr. Davor gab es 2011 die letzten großen Frostschäden im Weinbau.

Gemüsebau liegt rund zehn Tage zurück

Was den Gartenbau betrifft sind verschiedene Gemüsesorten heuer etwa zehn bis zwölf Tage später dran als in den vergangenen Jahren. Das erzählt Thomas Riehl vom für Unter- und Oberfranken zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen. Die Vegetation bewege sich allerdings in dem Bereich, wie er vor 30 oder 40 Jahren ganz normal gewesen sei.

Spätere Ernte von Gewächshaus- und Freilandgemüse

Diese Entwicklung rund um das kühl-nasse Wetter merken auch die Gemüsebauern, zum Beispiel Holger Deppert aus Sennfeld im Landkreis Schweinfurt. Seit dieser Woche erntet er Gurken oder Tomaten aus dem Gewächshaus. "Drei Wochen später als sonst", sagt der Gemüsebauer, "sonst haben wir immer Anfang April geerntet. Aber es fehlt einfach die Wärme."

Ähnlich ist es bei Gemüsebäuerin Birgit Geyer. Die Sonne reicht noch nicht ganz, um das Gewächshaus richtig zu wärmen. "Da müssen wir wahrscheinlich noch ein bisschen heizen, damit es Gurken und Tomaten warm haben". Kopfsalat dagegen wächst im Freiland, der Verkauf ist für Gemüsebauern schwieriger Planbar als der Verkauf von Gewächshaus-Gemüse. "Der Kopfsalat zieht sich hin, es ist einfach zu kalt, die Pflanzen wachsen nicht weiter", sagt Birgit Geyer. Dennoch, die Bauern nehmen's gelassen, denn die Natur ist eben nicht in jedem Jahr gleich.

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