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Baubeginn für Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen | BR24

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Seit Jahrzehnten wird über den Bau des Kramertunnels diskutiert – und darüber, wie Garmisch-Partenkirchen vom Durchgangsverkehr entlastet werden kann. Heute Mittag ist nun feierlicher Anschlag für den Bau der Hauptröhre des Kramertunnels.

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Baubeginn für Kramertunnel in Garmisch-Partenkirchen

Seit Jahrzehnten wird über den Bau des Kramertunnels diskutiert – und darüber, wie Garmisch-Partenkirchen vom Durchgangsverkehr entlastet werden kann. Heute ist Baubeginn für die Hauptröhre des Kramertunnels. 2024 soll die Westumfahrung fertig sein.

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Viele Anwohner von Garmisch-Partenkirchen sehnen den Kramertunnel herbei, Naturschützer dagegen kritisieren ihn heftig. Der Tunnel soll die Marktgemeinde im Westen in Richtung Grainau und Ehrwald umfahren.

Lange Vorgeschichte

Heute Nachmittag erfolgt der feierliche Spatenstich, der Bergmann sagt "Anschlag", für den Bau der Hauptröhre des Kramertunnels – fast zehn Jahre nach dem Startschuss für den sogenannten Erkundungsstollen.

Dieser kleinere Tunnel diente dazu, die Geologie und sonstige Gegebenheiten im Berg zu erkunden – die dann allerdings doch schwieriger waren als erwartet. Der Grundwasserspiegel und folglich der Wasserdruck im Berg waren so hoch, dass damals 300 Meter vor dem Durchbruch der Bau gestoppt wurde. Hätten die Mineure weiter gesprengt, wäre der Tunnel überflutet worden. Die Planungen und Genehmigungen gingen über Jahre, sodass jetzt erst mit dem Bau der Hauptröhre begonnen werden kann.

© Staatliches Bauamt Weilheim

Der Verlauf des Kramertunnels

Naturschützer sorgen sich um Moore

Das einzige praktikable Verfahren war für die Ingenieure letzten Endes, die Wassermassen aus dem Berg abzupumpen, also die betreffenden Stellen für die Bauzeit trockenzulegen. Der Haken an der Sache ist: An den Berghängen über dem Tunnel gibt es wertvolle Hangquellmoore, die dann ausgetrocknet wären. Deshalb wurde ein Leitungssystem für eine künstliche Bewässerung errichtet, damit diese sensible Vegetation den Tunnelbau ohne Schaden übersteht.

Wenn der Tunnel fertig und die Röhre abgedichtet ist, soll das Wassersystem im Kramer wieder sich selber überlassen werden und wieder funktionieren wie bisher, was Naturschützer allerdings stark bezweifeln.

Kosten von 264 Millionen Euro

Laufen Sprengarbeiten und Ausbau der Röhre nach Plan, soll der 3,6 Kilometer lange und 264 Millionen teure Kramertunnel, der mit neuen Brücken an die B23 angeschlossen wird, Ende 2024 fertig sein. Für die Anschlagsfeier am künftigen Nordportal in Burgrain haben sich unter anderem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die künftige Tunnelpatin Tanja Dobrindt, Ehefrau des früheren Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt, angekündigt.

Warten auf den Wanktunnel

Angesichts von bis zu 16.000 Autos, die täglich durch den Ortsteil Garmisch fahren, sind die Anlieger erleichtert, dass nun endlich etwas vorangeht. Allerdings ist damit das Thema "Umgehungstunnel" noch nicht beendet. Weil der Ortsteil Partenkirchen im Durchgangsverkehr der B2 erstickt, hoffen alle, dass nach dem Kramertunnel endlich auch das Okay für den sogenannten Wanktunnel kommt.

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