Ein Sicherheitszaun mit Stacheldraht in einem Gefängnis
Bildrechte: BR/Sylvia Bentele

Ein Sicherheitszaun mit Stacheldraht in einem Gefängnis (Symbolbild)

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Baubeginn für Bayerns neues Frauen- und Mütter-Gefängnis

Es ist ein Projekt, das Markus Söder - damals noch Heimatminister - bereits 2015 angestoßen hatte: eine neue JVA in Marktredwitz. Sie soll Platz für 120 Frauen bieten. Nach acht Jahren Planung wird nun gebaut. Wie lange – das ist nach wie vor unklar.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In Marktredwitz im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel ist am Donnerstag der Spatenstich zum Bau einer neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) erfolgt. Die Kostenschätzungen für das Bauprojekt belaufen sich nach Angaben von Justizminister Georg Eisenreich (CSU) mittlerweile auf mindestens 300 Millionen Euro – dabei seien die jüngsten Baukostensteigerungen noch nicht eingerechnet.

Fertigstellung des neuen Gefängnisses weiter unklar

Nach den Verzögerungen in der Planungsphase gab es vor Ort auch am Donnerstag keine Angaben zum zeitlichen Rahmen des Baus. Wann die Eröffnung stattfinden wird, ist weiter unklar.

Die JVA in Marktredwitz wird das 37. Gefängnis in Bayern sein. Eigentlich hatte die Stadt Marktredwitz gehofft, sie würde spätestens 2022 eröffnet sein. Derzeit laufen auf dem knapp elf Hektar großen Gelände schon erste Arbeiten für Zufahrtsstraßen.

Als Erstes wird auf dem Gelände die Gefängnismauer entstehen, danach wird im Inneren der Mauer mit dem Bau der Gebäude begonnen. So soll der Blick von außen auf die Baustelle versperrt werden, damit im Inneren sicherheitsrelevante Dinge gebaut werden können.

120 Haftplätze für Frauen und junge Mütter

Insgesamt sollen später rund 200 Menschen in der Justizvollzugsanstalt arbeiten. Die JVA Marktredwitz soll 364 Haftplätze bekommen. 120 davon sind speziell für Frauen vorgesehen. Es wird ein Mutter-Kind-Haus geben mit zehn Plätzen für Mamas mit Kind, samt Spielplatz, Sandkasten und Kletterturm. "Wenn eine Mutter ein junges Kind hat, ein oder zwei Jahre alt, dann besteht die Möglichkeit, dass beide zusammen sind", so Eisenreich zu BR24.

Im Alter ab drei Jahren würden die Kinder dann aus der JVA genommen, weil die Freiheit für die Kindesentwicklung wichtiger sei, als die Mutter Kind-Bindung. Die JVA in Marktredwitz ist das einzige Gefängnis in Franken, das eine Abteilung dieser Art hat. Frauen aus ganz Nordbayern sollen künftig in Marktredwitz ihre Haftstrafen absitzen.

JVA Marktredwitz als Beispiel für Behördenverlagerung

Der Bau der Justizvollzugsanstalt Marktredwitz war in der "Heimatstrategie" des damaligen Heimatministers und heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder eine der größten geplanten Behördenansiedlungen.

Der Bau war bereits 2015 verkündet worden, 2018 wurde eine Bautafel vor Ort enthüllt, danach tat sich wenig. "Planungen von solchen großen Bauprojekten dauern immer, alle Beteiligten werden sich bemühen, dass hier zügig gebaut und realisiert wird", so Eisenreich auf Nachfrage von BR24.

Die neue JVA entsteht im Marktredwitzer Ortsteil Lorenzreuth in unmittelbarer Nähe zur A93. Im Zuge der Behördenverlagerung der Bayerischen Staatsregierung hatte Marktredwitz im Jahr 2015 den Zuschlag für den Bau der JVA erhalten. Die Behördenverlagerung führt mancherorts in Bayern aber auch zu Problemen, wie das ifo-Institut im vergangenen Jahr in einer Studie zeigte.

  • Zum Artikel: Behördenverlagerung in Bayern führt oft zu Problemen
Modell des Gefängnisses
Bildrechte: BR
Artikel mit Video-InhaltenVideobeitrag

Modell des Gefängnisses

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!