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Nürnberger Justizpalast

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    Bauarbeiter am Nürnberger Justizzentrum um Lohn geprellt

    Ausgerechnet bei einem staatlichen Prestigebauprojekt der Nürnberger Justiz sind offenbar mehrere rumänische Bauarbeiter um ihren Lohn geprellt worden. Ein Subunternehmer zahlt seit Monaten den Männern keine Löhne mehr.

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    Auf der betroffenen Baustelle entsteht derzeit für 20 Millionen Euro ein neues Strafjustizzentrum neben dem Nürnberger Justizpalast in der Fürther Straße. Hier sollen ab 2017 Sitzungssäle und Richterbüros untergebracht sein. "In unserer Beratungsstelle haben sich 17 rumänische Arbeiter gemeldet, die seit Dezember letzten Jahres keinen Lohn mehr bekommen haben", erklärte Laura Chebelet vom Berliner Beratungsbüro für entsandte Beschäftigte dem Bayerischen Rundfunk.

    Kein Lohn gezahlt

    Weitere fünf Bauarbeiter aus Rumänien befinden sich noch auf der Baustelle und haben inzwischen die Arbeit niedergelegt. Ihnen sei ein Stundenlohn von 14,20 Euro versprochen worden, dazu eine Kostenübernahme für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung, so ein Arbeiter gegenüber dem BR. Gezahlt worden sei bisher nichts.

    Baufirma schweigt zu Vorwürfen

    Das staatliche Bauamt Erlangen-Nürnberg, der Bauherr des Strafjustizzentrums, sieht sich nicht in der Verantwortung. Man habe die Bauarbeiten für den Rohbau an einen Generalunternehmer vergeben, eine Baufirma aus Ingolstadt, so der stellvertretende Behördenleiter Roman Zirngibl. Die Ingolstädter Baufirma verweigerte auf Anfrage eine Stellungnahme.

    Der Erlanger Arbeitsrechtler Professor Georg Caspers unterstützte die Einschätzung des staatlichen Bauamts: Für den Lohn haftbar sind seinen Worten zufolge der direkte Arbeitgeber und auch der Generalunternehmer, nicht aber der Bauherr. Die rumänischen Bauarbeiter wollen nun mit einer Rechtsanwältin ihre Lohnforderungen notfalls vor Gericht durchsetzen.