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© Tiergarten Nürnberg | Jörg Beckmann
Bildrechte: Tiergarten Nürnberg | Jörg Beckmann

Bartgeier aus dem Tiergarten Nürnberg

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    Bartgeier werden in Schwaig auf Auswilderung vorbereitet

    Mehr als 100 Jahre nach seiner Ausrottung in Deutschland soll der Bartgeier wieder in die bayerischen Alpen zurückkehren. Morgen werden zwei Exemplare aus spanischer Zucht ausgewildert. Vorbereitet auf diesen Tag werden sie in Schwaig bei Nürnberg.

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    Von
    • Tobias Burkert

    Am 10. Juni 2021 werden erstmals zwei junge Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden aus spanischer Nachzucht ausgewildert. In einem aufwändigen Projekt hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) gemeinsam mit dem Tiergarten Nürnberg und dem Nationalpark die Auswilderung vorbereitet. Es soll zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen beitragen.

    Vor mehr als 100 Jahren in Bayern ausgestorben

    Bartgeier sind beeindruckende Tiere, die mit fast drei Metern Flügelspannweite zu den größten Vogelarten der Welt zählen. In Deutschland gelten die Greifvögel seit über einhundert Jahren als ausgerottet. Doch nun sollen zwei der Aasfresser wieder in den bayerischen Alpen ihre Kreise ziehen.

    Mit GPS-Sendern und Federmarkierung

    90 Tage alt sind die beiden Tiere und werden nun in den bayerischen Alpen freigesetzt. In der Quarantänestation des Nürnberger Tiergartens bekommen die kleinen Bartgeier ihre GPS-Satellitensender, um sie jederzeit wiederfinden zu können. Außerdem markieren Vogelexperten einzelne Federn mit Bleichmittel. So sind die Bartgeier vom Boden aus leichter wieder zu erkennen.

    Großes Revier nötig

    Da die Jungtiere noch nicht flugfähig sind, werden sie zunächst in einer Felsnische ausgesetzt und dort mit Futter versorgt. Der Landesbund für Vogelschutz ist zuversichtlich, dass sich der Bartgeier durch das Projekt wieder dauerhaft in den Ostalpen ansiedelt. Dort ist genügend Lebensraum für die Vögel verfügbar, denn ein Bartgeier-Paar benötigt rund 300 Quadratkilometer – der gesamte Nationalpark Berchtesgaden ist etwa 210 Quadratkilometer groß.

    Bleihaltige Munition – große Gefahr für Greifvögel

    Im Rahmen des alpenweiten Wiederansiedlungsprogramms wurden seit 1986 bereits rund 230 Bartgeier ausgewildert. Damit sich die Population der Tiere selbst erhalten kann, sind rund 1.000 Exemplare nötig. Ein Problem, das den Vogelschützern Sorgen macht ist die bleihaltige Munition von Jägern, die den Aasfressern zum Verhängnis werden kann.

    Laut Schätzungen sterben 30 Prozent der Vögel, in Österreich gar etwa die Hälfte der Bartgeier, einen vorzeitigen, qualvollen Tod, nachdem sie die Überreste mit Bleimunition erschossener Tiere gefressen haben. Erwachsene Bartgeier ernähren sich ausschließlich von den Knochen toter Tiere.

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