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© BR/Nationalpark Berchtesgadener Land
Bildrechte: dpa/pa/Peter Kneffel

Die Bartgeierweibchen "Wally" (l) und "Bavaria" (r) haben ihre erste Nacht in freier Wildbahn gut überstanden.

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Bartgeier haben erste Nacht in freier Wildnis gut überstanden

Trotz widrigster Wetterbedingungen haben die beiden gestern ausgewilderten Bartgeier-Weibchen "Wally" und "Bavaria" die erste Nacht in der Felsennische gut überstanden. Auch eine Kontaktaufnahme verlief den Umständen entsprechend gut.

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Von
  • Christine Haberlander

Die erste Nacht im Berchtesgadener Land haben die beiden ausgewilderten Bartgeier-Weibchen "Wally" und "Bavaria" in der Felsennische im Klausbachtal gut überstanden. Derzeit ist die Aufgewecktere der beiden Jungvögel "Bavaria", die das Terrain erkundet und die Flügel ausbreitet. Dagegen sitzt "Wally" seit gestern Abend in ihrem mit Schafwolle ausgelegten Horst und bewegt sich kaum von der Stelle. Beide Bartgeier hätten gefressen, erkunden die Felsennische und fühlen sich anscheinend wohl, sagt Toni Wegscheider vom Landesbund für Vogelschutz auf BR-Anfrage.

Beobachtung der Bartgeier-Weibchen jederzeit per Live-Webcam

"Wally" und "Bavaria" müssen in den kommenden Wochen noch rund 1 Kilogramm zunehmen. Erst mit fünf bis sechs Kilo Gewicht haben sie genug Kraft, um sich in die Lüfte schwingen zu können und um erste Rundflüge im Nationalpark Berchtesgaden zu unternehmen. Die Bartgeier beobachten kann man über eine Live-Webcam auf der Website des Nationalparks Berchtesgaden.

Spektakuläres Naturschutzprojekt

Die zwei 90 Tage alten Bartgeier "Bavaria" und Wally" sitzen seit Donnerstagnachmittag allein in einer Bergnische im Klausbachtal im Nationalpark Berchtesgadener Land. Zuvor waren die Tiere von einem Team aus Expertinnen und Experten des Nationalparks und des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in die Höhle nahe des Watzmanns in Kisten hinaufgetragen worden. Die jungen, noch nicht flugfähigen Bartgeier werden laut der Experten rund vier Wochen in ihrer Nische verbringen, bevor sie zu ersten Erkundungsflügen aufbrechen. Der LBV nennt die Auswilderung des größten Vogels der Alpen das "bundesweit wahrscheinlich spektakulärste Naturschutzprojekt 2021".

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Bildrechte: BR

Im Nationalpark Berchtesgaden wurden zwei junge Bartgeier ausgewildert, der Beginn eines Wiederansiedelungsprojekts. Jedes Jahr sollen nun zwei bis drei Tiere folgen. Die Bartgeier waren in den bayerischen Alpen vor rund hundert Jahren ausgestorben.