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Fürther Hauptbahnhof

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    Barrierefreiheit für fränkische Bahnhöfe in Sicht

    In Franken werden 15 Bahnhöfe in den kommenden Jahren barrierefrei umgebaut. Das Geld dafür stammt größtenteils aus dem "1.000-Bahnhöfe"-Förderprogramm des Bundes. Das sei ein guter Anfang, aber nicht ausreichend, so der Behindertenverband Bayern.

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    Von
    • Annette Bögelein
    • Claudia Grimmer

    Durch das "1.000-Bahnhöfe"-Förderprogramm" des Bundes werden in den kommenden fünf Jahren fränkische Bahnhöfe modernisiert. Mindestens 15 Bahnhöfe sollen barrierefrei werden. Das Geld stammt zum Teil aus dem "1.000-Bahnhöfe"-Förderprogramm des Bundes und zum Teil vom Freistaat.

    Franken bekommt 15 barrierefreie Bahnhöfe

    Einen barrierefreien Zugang erhalten diese 15 Bahnhöfe in Franken:

    • Bad Staffelstein (Lkr. Lichtenfels)
    • Bad Windsheim (Lkr. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim)
    • Emskirchen (Lkr. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim)
    • Gemünden (Lkr. Main-Spessart)
    • Hösbach (Lkr. Aschaffenburg)
    • Iphofen (Unterfranken)
    • Kirchenlaibach (Lkr. Bayreuth)
    • Laufach (Lkr. Aschaffenburg)
    • Neustadt (Aisch)
    • Partenstein (Lkr. Main-Spessart)
    • Rückersdorf (Lkr. Nürnberger Land)
    • Siegelsdorf (Lkr. Fürth)
    • Zirndorf (Lkr. Fürth)

    Da die Förderung über das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) läuft, erhalten auch die Bahnhöfe Miltenberg und Obernburg-Elsenfeld (Lkr. Miltenberg) einen barrierefreien Umbau.

    "Durch barrierefreien Umbau und Modernisieren erleichtern wir den Zugang zum Zug, verbessern die Informationen und machen die Stationen insgesamt attraktiver." Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister

    Planungen laufen noch

    Welche Maßnahmen in den einzelnen Bahnhöfen umgesetzt werden, stehen laut einer Bahnsprecherin noch nicht fest. Je nach Erfordernis könne das eine Rampe, ein Aufzug oder eine bessere Wegeführung sein. Die Planungen dazu seien noch nicht abgeschlossen. In ganz Bayern werden 40 Bahnhöfe umgebaut. Darunter fallen aber auch Modernisierungen der Empfangsgebäude wie in Erlangen, Bamberg oder Schweinfurt. Bis bis spätestens 2026 sollen die barrierefreien Umbauten abgeschlossen sein.

    330 Millionen Euro vom Bund

    Das Bundesverkehrsministerium finanziert mit 330 Millionen Euro den barrierefreien Umbau von deutschlandweit 111 kleineren Bahnhöfen. Voraussetzung dabei ist, dass sie bis zu 1.000 Fahrgäste am Tag zählen. Die Bahnhöfe bekommen, nach Angaben des Ministeriums, unter anderem Rampen oder Aufzüge, bessere Wegeführungen, Markierungen und Informationen für die Reisenden.

    "Für den barrierefreien Umbau von rund 50 mittelgroßen Bahnhöfen investiert das Bundesverkehrsministerium 140 Millionen Euro bis 2026. Diese Maßnahmen erfolgen in Kooperation mit den Ländern. Sie ergänzen Landesmittel in gleicher Höhe. Dazu gehören unter anderem barrierefreie Bahnsteigzugänge, Markierungen, Beschilderungen oder höhere Bahnsteige." Bundesverkehrsministerium

    Weitere 142 Millionen Euro will das Ministerium in die Modernisierung von Empfangshallen stecken. 40 Bahnhöfe deutschlandweit sind hier vorgesehen. Die Voraussetzung dafür ist, dass am Bahnhof eine Frequenz von bis zu 50.000 Fahrgästen vorliegt.

    Guter Anfang, aber nicht genug

    Laut Behindertenverband Bayern sind die Maßnahmen an sich ein guter Anfang, allerdings sollten in die Planungen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen einbezogen werden. Gehörlose haben andere Probleme auf einem Bahnhof als Blinde, und Rollstuhlfahrerinnen wiederum andere als Fußgänger und Fußgängerinnen, erklärt Patricia Koller vom Behindertenverband Bayern e.V. .

    Auch die Definition "barrierefreier Bahnhof" müsste neu gedacht werden. Bisher gelte ein Bahnhof schon als barrierefrei, an dem Rollstuhlfahrer tagelang vorher den Mobilitätsservice und den Hublift bestellen müssen, um dann einen der wenigen Rollstuhlplätze im Zug überhaupt erreichen zu können. Ein selbstständiges Zusteigen für Rollstuhlfahrer sei derzeit nicht möglich. Der barrierefreie Umbau von Bahnhöfen alleine löse das Problem nicht wirklich. Zudem hoffe der Verband, dass auch die weitere Infrastruktur wie zum Beispiel barrierefreie Toiletten in Bahnhöfen und Zügen bedacht werden.

    Konsequenterer Ausbau nützt allen

    Jörg Schäfer vom Fahrgastverband "Pro Bahn" würde es zudem begrüßen, wenn die Zugangsstellen für Bahnen und Busse attraktiver werden. Insgesamt sei man "mit der großen Linie" einverstanden. Allerdings sieht auch Schäfer Verbesserungsmöglichkeiten. Beispielsweise wurden am Bahnhof in Pleinfeld (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) der Zugang im Westen nicht barrierefrei umgebaut.

    Schwellen oder Rampen sind nicht nur für Menschen mit Handicap ein Problem. Auch Reisende mit schweren Koffern, Eltern mit Kinderwägen profitieren durch die Barrierefreiheit an Bahnhöfen.

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