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Barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe Ansbach und Fürth | BR24

© BR/Annika Svitil

Am Ansbacher Bahnhof ist Spatenstich zum barrierefreien Ausbau. Der Fürther Hauptbahnhof hingegen wartet noch immer.

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Barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe Ansbach und Fürth

Die Bahnhöfe in Bayern sollen barrierefrei ausgebaut werden. Das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung und des Freistaats. Dafür wurden spezielle Programme aufgelegt. Doch es wird noch dauern, bis die Umbauarbeiten überall durchgeführt werden.

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Wer mit seinem Rollstuhl oder seinem Rollator nicht auf den Bahnsteig kommt, kann nicht mit der Bahn fahren. Die öffentlichen Verkehrsmittel aber sind für alle da, auch für Menschen mit Behinderung oder Senioren. Barrierefreie Bahnhöfe sind deshalb ein wesentlicher Baustein, um allen Bürgerinnen und Bürgern eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Der positive Effekt: Auch für jeden anderen wird das Reisen dadurch bequemer. Dementsprechend wollen Bund und Freistaat die Bahnhöfe in Bayern barrierefrei ausbauen.

Ausbau der Bahnhöfe kommt nur langsam voran

Im Paket II der Bahn sollen von 2019 bis 2021 die Bahnhöfe Freilassing, Kaufering, Abensberg, Ansbach, Pleinfeld, Rottendorf, Donauwörth und Kempten barrierefrei ausgebaut werden. Bei den Bahnhöfen Amberg, Kronach, Pegnitz und Fürth werden die Planungen bis zur Baureife gebracht, so zumindest der Plan der Bahn. Während sich Ansbach über den Start der Ausbauarbeiten freut, tut sich in Fürth noch nichts. Das führt regelmäßig zur Kritik von Politiker aller Parteien.

Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe sieht unter anderem vor: einen stufenfreien Zugang zum Gleis, der ebenerdige Einstieg in den Zug, die Markierung von Wegen für Sehbehinderte und die akustische sowie optische Reiseinformation am Bahnsteig.

Bahnhof Ansbach in zwei Jahren barrierefrei

In Ansbach beginnen am Montag (27.07) die Ausbauarbeiten für einen barrierefreien Bahnhof. Zum symbolischen Spatenstich werden unter anderem auch Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel und die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) erwartet. Die Bauarbeiten, für die 27 Millionen Euro veranschlagt sind, sollen in zwei Jahren abgeschlossen sein. Der Bahnhof Ansbach gilt als wichtiger Bahnknoten für Fern-Regionalzüge sowie S-Bahnen. Nach dem Ausbau, so hoffen Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) und Landrat Jürgen Ludwig (CSU), erfüllt sich vielleicht ein langgehegter Wunsch und Ansbach wird ICE-Halt.

Schneller Ausbau des Fürther Hauptbahnhofs gefordert

Ganz anders sieht es in Fürth aus. Der Ausbau des Hauptbahnhofs wird noch auf sich warten lassen. Das will der Bundestagsabgeordnete Carsten Träger (SPD) ändern. Er hat für Montag (27.07.) ein Vor-Ort-Gespräch mit Verkehrsstaatssekretär Florian Pronold (SPD) vereinbart. Sein Argument: "Der Fürther Bahnhof ist einer der größten in Bayern, das Bahnhofsgebäude wird gerade restauriert, und der Vorplatz soll in den nächsten Jahren zur Mobilitätsdrehscheibe werden – nur der Zugang zum Zugverkehr bleibt für viele Menschen eine nicht zu bewältigende Hürde". Gemeinsam mit dem Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD), dem ADFC und dem Behinderten- und Seniorenrat möchte Träger auf diesen Missstand am Fürther Hauptbahnhof hinweisen.

"Die Zeit des Abwartens und Vertröstens auf Zuschüsse, die irgendwann kommen sollen, muss jetzt vorbei sein. Wenn von Seiten der Bahn und des Aufsichtsrates keine klaren Signale gesendet werden, muss jetzt der politische Druck erhöht werden." Carsten Träger, MdB SPD

Fürther Hauptbahnhof: Förderprogramm greift nicht

Der Fürther Hauptbahnhof ist mit über 10.000 Ein- und Ausstiegen pro Tag der größte Bahnhof im Freistaat Bayern, der immer noch nicht barrierefrei ist. Ein Förderprogramm für den barrierefreien Ausbau deutscher Bahnhöfe wurde vom Bund zwar aufgelegt, aber nur für Bahnhöfe mit einer Obergrenze von 4.000 Ein- und Aussteigern am Tag. Auf diesen Missstand hatte bereits Oberbürgermeister Thomas Jung in einem Brief an das Bundesverkehrsministerium hingewiesen. Der Behindertenrat der Stadt reichte ebenso eine Petition im Bayerischen Landtag ein, und auch die CSU-Landtagsabgeordnete Petra Guttenberg übte bereits harsche Kritik am Förderprogramm des Bundes.

1.500 Menschen unterschreiben Online-Petition

Der Fürther Stadtrat Philipp Steffen hat vor kurzem eine Online-Petition für den barrierefreien Ausbau des Hauptbahnhofs Fürth gestartet. Knapp 1.500 Menschen haben die Petition innerhalb weniger Tage unterschrieben.

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