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Bannwaldrodung für Lech-Stahlwerke: Umweltschützer demonstrieren | BR24

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In Meitingen im Landkreis Augsburg demonstrierten Umweltschützer gegen die Rodung eines Bannwaldes für die Erweiterung der Lech-Stahlwerke. Gut 500 Teilnehmer bildeten laut der Polizei eine Menschenkette. Störungen gab es keine.

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Bannwaldrodung für Lech-Stahlwerke: Umweltschützer demonstrieren

Naturschützer versuchen die Rodung eines Bannwaldes für die Erweiterung der Lech-Stahlwerke in Meitingen zu verhindern. Gut 500 Personen bildeten deshalb am Sonntag eine Menschenkette, um gegen das Vorhaben zu protestieren.

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Von
  • Thomas Pösl
  • Susanne Hofmann
  • Kilian Geiser
  • BR24 Redaktion

In Meitingen, im Landkreis Augsburg, haben Naturschützer am Sonntag gegen die Rodung eines Bannwaldes demonstriert, der wegen einer Erweiterung der Lech-Stahlwerke weichen soll. Gut 500 Personen, zu denen überwiegend Angehörige von Bürgerinitiativen und Anwohner zählten, bildeten nach Angaben der Polizei eine Menschenkette - obwohl ursprünglich nur 200 Teilnehmer angemeldet worden waren. Besondere Vorkommnisse habe es laut den Beamten aber nicht gegeben, die Mindestabstände seien eingehalten worden.

Naturschützer: Neupflanzungen reichen nicht

Dazu aufgerufen hatte das Bannwald-Bündnis Unterer Lech. Dort engagieren sich die Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal, die Aktionsgemeinschaft zum Erhalt der Lebensqualität im Raum Meitingen (AGL), die Ortsgruppe Meitingen und die Kreisgruppe Augsburg des Bund Naturschutz sowie das Klimacamp Augsburg.

Auf knapp 18 Hektar Wald möchten die Lech-Stahlwerke neue Betriebsflächen errichten. Zwar sind Neuanpflanzungen als Ausgleich geplant, doch die reichen nach Ansicht der protestierenden Naturschützer nicht aus, um die Funktion des alten Waldes zu ersetzen.

Demo soll Signal an Meitinger Gemeinderat setzen

Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk erklärte Markus Eckstein von der Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal, mit der Demonstration wolle man Druck auf den Gemeinderat von Meitingen aufbauen und zeigen, dass viele Menschen die Rodung ablehnten.

Eckstein kritisiert die Planungen für Ausgleichspflanzungen - auch weil eine Bahnlinie unter anderem den alten vom neuen Wald trennen würde. "Das heißt, die Tierwelt wird sich schwertun, in den neuen Wald überzusiedeln", beklagte er. Außerdem werde der neue Wald 80 bis 100 Jahre brauchen, um die Aufgaben des jetzigen Bannwaldes zu erfüllen. "Wir haben Klimawandel. Das müsste jetzt eigentlich auch beim Letzten angekommen sein", so Eckstein.

Landtag lehnte Petition gegen Rodung für Lech-Stahlwerke ab

Die Rodung des Bannwaldes war Mitte Februar Thema im Plenum des Bayerischen Landtags. Die Mehrheit der Abgeordneten lehnte dabei eine Petition gegen die Rodung im Bannwald ab. Sie schlossen sich damit einer Entscheidung an, die bereits im November im Petitionsausschuss gefallen war. Auch dort war die Eingabe der Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal mehrheitlich abgelehnt worden.

Die CSU-Ausschussmitglieder Karl Straub und Harald Schwartz verwiesen zur Begründung auf die kommunale Planungshoheit, in die der Landtag nicht eingreifen könne. Die Gemeinde Meitingen betont, dass das als Ausgleichsfläche vorgesehene Areal deutlich größer sei als die Waldfläche, die für die Erweiterung der Lech-Stahlwerke gerodet werden soll.

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