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Banken-Filialnetz in Ostbayern dünnt weiter aus | BR24

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Das Filialsterben bei Banken auf dem Land geht weiter. In den letzten zehn Jahren sind nach BR-Informationen in Niederbayern und der Oberpfalz 282 Bankfilialen geschlossen worden.

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Banken-Filialnetz in Ostbayern dünnt weiter aus

Das Filialsterben bei Banken vor allem auf dem Land geht weiter. In den letzten zehn Jahren sind nach BR-Informationen in Niederbayern und der Oberpfalz 282 Bankfilialen geschlossen worden, alleine bei den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken.

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Der Trend ist nicht neu, scheint sich aber zu verstärken: Bereits seit Jahren schrumpfen die deutschen Banken ihr Filialnetz. Alleine bei den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken in Niederbayern und der Oberpfalz sind in den letzten zehn Jahren 282 Bankfilialen geschlossen worden. Das hat eine aktuelle BR-Anfrage beim Sparkassenverband Bayern und beim Genossenschaftsverband Bayern ergeben. Andere Banken sind dabei noch gar nicht miteingerechnet.

Genossenschaftsbanken: immer noch eines der dichtesten Filialnetze

Die Zahlen im Detail: 2010 gab es in der Oberpfalz noch 31 Genossenschaftsbanken mit 294 Filialen, in Niederbayern waren es 45 Banken mit 405 Filialen. 2018 gab es in der Oberpfalz nur noch 26 Genossenschaftsbanken mit 225 Filialen, in denen auch Personal war, und in Niederbayern noch 35 Banken mit 326 Filialen.

Damit bieten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbank ihren Kunden aber immer noch "eines der dichtesten Filialnetze aller Bankengruppen an", heißt es dazu vom Genossenschaftsverband Bayern. Man passe sich aber ständig dem Nutzungsverhalten der Kunden an - was sich auf das zunehmende Onlinebanking bezieht. Man sei bestrebt, "auch in ländlichen Regionen eine flächendeckende und hochwertige Versorgung mit Finanzprodukten sicherzustellen". Diesem Anspruch dienen auch bisherige und künftige Fusionen.

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Die Filiale der Raiffeisenbank Chamer Land in Zell, die Ende März zugesperrt wird. Dann gibt es dort weder Bank noch Geldautomat

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Ende März wird das Hinweisschild in Zell wohl abmontiert werden

Auch Sparkassen dünnen Filialnetz spürbar aus

Bei den Sparkassen gab es 2009 in Niederbayern noch 334 Filialen und 25 SB-Filialen, also Automatenplätze ohne Personal. 2018 waren es 274 Filialen und 37 Automatenplätze. In der Oberpfalz waren es 2009 noch 277 Sparkassenfilialen, die bis 2018 auf 203 Filialen gesunken sind. Die Zahl der Plätze, wo es nur noch Automaten gibt, stieg im selben Zeitraum von 27 auf 49.

Bürgermeister befürchten Standortnachteile durch Filialschließungen

Viele Bürgermeister kritisieren die zunehmende Ausdünnung in der Bankenlandschaft, gerade auf dem Land. Es gehe wichtige Infrastruktur verloren. Außerdem können Filialschließungen auch für die örtliche Geschäftswelt schädlich wirken: Wer in den Nachbarort zum Geldabheben fahren muss, kauft womöglich auch gleich dort ein.

Es gibt inzwischen schon Gemeinden, die weder Bank noch Geldautomat haben, wie zum Beispiel Lindberg im Bayerischen Wald. Ab Ende März gehört auch die Oberpfälzer Gemeinde Zell im Landkreis Cham dazu. Dort schließt die Filiale der Raiffeisenbank Chamer Land, die letzte verbliebene Bank in dem Ort mit rund 1.800 Einwohnern. Der Bürgermeister will jetzt mit einer Unterschriftenaktion dafür sorgen, dass die Bank wenigstens den Geldautomaten da lässt.

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Der Bürgermeister von Zell, Thomas Schwarzfischer, hat eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der er wenigstens den Geldautomaten retten will.

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