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Bamberger Waldbauern fordern Hilfe von der Politik | BR24

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Trockenheit und Käferbefall machen auch den Waldbauern im Landkreis Bamberg zu schaffen.

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Bamberger Waldbauern fordern Hilfe von der Politik

Die Waldbauern im Landkreis Bamberg sind verzweifelt. Trockenheit und Käferbefall machen dem Wald zu schaffen. Und bei den Forstämtern fehlt es an Geld und Personal. Jetzt fordern die Waldbauern Hilfe von der Politik.

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Wolfgang Schrauder steht vor seinem zwei Hektar großen Waldstück bei Steinfeld im Landkreis Bamberg. Mit den Fichten hat er einst viel Geld verdient: 240 Kubikmeter Schadholz hätten ihm normalerweise 25.000 Euro gebracht – heute bekommt er dafür 8.000 Euro. Hätte er nicht selbst mitgearbeitet, wäre ihm davon nichts geblieben. Die Kosten für Rückezug und Holzfäller hätten alles aufgebraucht. Der Holzpreis ist im Keller, der Markt übersättigt.

"Du weißt heut noch nicht, was Du bekommst, wenn Du es morgen verkaufst. Es ist schwierig, es ist einfach zuviel auf dem Markt" Wolfgang Schrauder, Waldbauer aus Steinfeld

Forstämter an der Belastungsgrenze

Schrauder steht zusammen mit etwa 15 anderen Waldbauern in einem frisch geschlagenen ehemaligen Fichtenwald. Sie sind sich einig, dass staatliche Hilfen für die Waldbesitzer in der Fränkischen Jura dringend notwendig seien. Sie fordern eine Prämie für die Räumung der Waldflächen, auf denen Bäume gefällt wurden. Außerdem bräuchten sie mehr Mitarbeiter in den Forstämtern, die völlig überlastet seien. Denn die Forstämter seien notwendig, schließlich werden dort die Förderanträge geschrieben. Die Förster würden hervorragende Arbeit leisten, aber manche von ihnen seien mittlerweile physisch und psychisch am Ende, so die Erfahrung der Waldbesitzer.

"Es kann nicht sein, dass Beschäftigte in manchen südbayerischen Forstämtern in Kurzarbeit sind und hier die Menschen an der Leistungsgrenze arbeiten." Angelika Morgenroth, Waldbesitzervereinigung Bamberg

Trockenjahre schaden heimischen Baumarten

Die vergangenen drei Trockenjahre hätten dem Wald massiv zugesetzt. Von Fichte und Kiefer als heimischen Nadelbäumen müsse man sich verabschieden, meint Patrick Hammerschmidt, Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Bamberg. Und auch die Laubbäume nehmen immer mehr Schaden, besonders die Buchen und Eschen.

Niedriger Holzpreis belastet Waldbauern

10.000 Festmeter Schadholz haben sie in diesem Jahr bereits gefällt. Der Preis liegt momentan bei etwa 23 Euro. Vor ein paar Jahren bekamen sie noch fast 100 Euro für den Festmeter. Der Wald ist längst nicht mehr die sogenannte "Sparkasse der Bauern" – sondern ein Pflegefall.

Waldbauern wollen Druck machen

Die Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Bamberg, Angelika Morgenroth, lässt einen Film drehen, der den Zustand des Waldes in drastischen Bildern zeigen soll. Dabei sollen die Waldbauern zu Wort kommen. Mit dem Film wollen die Bamberger Waldbauern Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) erreichen. Diese solle sich persönlich ein Bild vom Wald in Nordbayern machen. 14 Tage wollen sie der Ministerin Zeit für eine Reaktion geben. Dann wollen sie mit ihrem Film an die Öffentlichkeit gehen.

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