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Bamberger Symphoniker: Wissenschaftler messen Aerosolausstoß | BR24

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Ein Versuch mit den Bamberger Symphonikern soll zeigen, ob Musizieren in Zeiten von Corona gefährlich ist. Wissenschaftler testen, ob sich Tröpfchen, die beim Ausatmen ausgestoßen werden, auch beim Spielen von Blasinstrumenten ausbreiten.

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Bamberger Symphoniker: Wissenschaftler messen Aerosolausstoß

Wissenschaftler untersuchen bei den Bamberger Symphonikern durch die Messungen von Luftströmen, wie viele Aerosole Posaune, Klarinette oder auch Horn ausstoßen. Die Schwebstoffe gelten gerade in Zeiten von Corona als besonders risikoreich.

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Die Bamberger Symphoniker lassen ab heute (05.05.2020) untersuchen, wie viel Aerosole ihre Holz- und Blechbläser beim Spielen absondern. Gerade Instrumente, in die hineingeblasen wird, gelten im Zuge der Coronakrise als risikoreich. Falls ein Spieler an einer Coronainfektion leidet, könnte er das Virus in der Atemluft weit um sich herum verteilen.

Drei bis zwölf Meter Abstand

Deshalb gibt es derzeit Empfehlungen, dass Bläser im Abstand von drei bis zu zwölf Metern voneinander entfernt musizieren sollten, um den Infektionsschutz zu wahren.

"Wir glauben aber, dass das Spielen einer Klarinette oder zum Beispiel eines Horns kaum Aerosole freisetzt, da der Luftstrom im Instrument gebremst wird, wo die Töne erzeugt werden", Marcus Axt, Intendant der Bamberger Symphoniker.

Sichtbare Luftströme durch Nebel

Aus diesem Grund wurden Experten einer Erlanger Firma für Strömungsmechanik damit beauftragt, die Luftströme mittels Sensoren zu messen, die beim Spielen aus einem Instrument entweichen. Außerdem wurden sie mit künstlichem Nebel sichtbar gemacht. Beobachtet wurde der Versuch von zwei Wissenschaftlern des Freiburger Instituts für Musikermedizin, die bislang einen Abstand bei Blasinstrumenten von drei bis fünf Meter empfehlen.

Atemluftbewegung kaum messbar

Erste Untersuchungen ergaben sowohl bei Holz- als auch bei Blechbläsern kaum messbare Atemluftbewegungen. Weder an den sich öffnenden Klappen eines Fagotts noch am Schalltrichter einer Trompete zeigten sich Verwirbelungen im Kunstnebel. Wurde dagegen direkt und ohne Instrument in den Nebel geblasen oder gehustet, gab es starke Verwirbelungen. Professor Dr. med. Bernhard Richter vom Freiburger Institut für Musikermedizin äußerte sich zu den ersten Untersuchungen:

"Das bestätigt unsere Erwartungen und stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft des öffentlichen Musizierens." Prof. Bernhard Richter, Freiburger Institut für Musikermedizin.

Nach den Messungen im Konzertsaal in Bamberg sollen weitere Untersuchungen im Labor gemacht werden. Die Ergebnisse sollen dann Virologen in Berlin und München vorgelegt werden, die daraus Handlungsempfehlungen für die Politik formulieren, so der Plan des Intendanten Marcus Axt.

Musik ohne Gefahr

Ziel der Bamberger Symphoniker und der rund 130 anderen Berufsorchester in Deutschland ist es möglichst bald wieder Konzerte spielen zu können, ohne die Gesundheit der Musiker und des Publikums zu gefährden.

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Wissenschaftler untersuchen bei den Bamberger Symphonikern durch die Messungen von Luftströmen, wie viele Aerosole Posaune, Klarinette oder auch Horn ausstoßen. Die Schwebstoffe gelten gerade in Zeiten von Corona als besonders risikoreich.

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