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Die Corona-Pandemie bringt die traditionelle Rollenverteilung in die Familien zurück. Mütter übernehmen zu Corona-Zeiten mehr Aufgaben rund um Haushalt und Kinder, arbeiten eher zu ungewöhnlichen Zeiten und sind öfter im Homeoffice.

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Bamberger Studie: Frauen leiden mehr unter dem Lockdown

Die Corona-Pandemie bringt die traditionelle Rollenverteilung in die Familien zurück. Unter anderem eine Studie aus Bamberg zeigt, dass Mütter neben dem Beruf wieder mehr Aufgaben rund um Haushalt und Kinder übernehmen als vor der Pandemie.

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  • BR24 Redaktion

Die Corona-Pandemie bringt die traditionelle Rollenverteilung in die Familien zurück. Wie Studien des Bamberger Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe und des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, übernehmen Mütter zu Corona-Zeiten mehr Aufgaben rund um Haushalt und Kinder, arbeiten eher zu ungewöhnlichen Zeiten und sind öfter im Homeoffice als Männer.

Frauen kümmern sich wieder häufiger um die Kinder

Gerade bei Kleinkindern übernehmen die Frauen demnach oft einen viel größeren Anteil an sogenannter "Care-" oder Pflegearbeit als die Männer. So zog es 78 Prozent der Mütter während der Corona-Pandemie ins Homeoffice, so das Ergebnis einer Studie des Nürnberger Instituts. Bei den Vätern waren es 70 Prozent.

Männer im Lockdown zufriedener als Frauen

Für die Studie wurden 1.200 Beschäftigte befragt, die ihre Arbeit überwiegend am Computer erledigen. Die Bamberger Forscherinnen und Forscher wollten auch herausfinden, wie zufrieden Männer und Frauen mit dem Familienleben während des ersten Lockdowns waren. Das Ergebnis: Bei den Müttern sank sie, bei den Vätern stieg sie eher im Vergleich zu Zeiten vor der Pandemie.

Kleinkinder werden häufiger von Müttern alleine betreut

Die Besonderheit: Von den Befragten lagen schon Daten aus der Zeit vor der Pandemie vor und zwar aus dem Nationalen Bildungspanel (NEPS). Damit konnten die neuen Angaben verglichen werden. Demnach haben im Lockdown zwar auch Männer häufiger als zuvor bei der Familien- und Sorgearbeit mit angepackt, aber Studien belegen, dass insgesamt die Frauen den überwiegenden Teil der Familienarbeit stemmten. Gerade bei Kleinkindern sei auffällig, dass diese von berufstätigen Müttern deutlich häufiger alleine betreut würden. Bei Grundschulkindern und älteren Kindern dagegen teilten sich rund ein Drittel der Befragten die Betreuung und Versorgung.

Frauen fühlen sich im Lockdown häufiger einsam

Zugleich machten sich Frauen deutlich mehr Sorgen als Männer - auch um ihren Beruf. Die Angst vor einem Job- und Einkommensverlust sei der Studie zufolge bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt als bei Männern. Zu guter Letzt fühlten sich Frauen im Lockdown auch häufiger einsam als Männer. Gerade Frauen gaben in der Studie an, dass sie sich durch Kontaktbeschränkungen oder Mehrarbeit für die Familie einsam und auch außen vor gefühlt haben.

Vielen Familien geht das Geld aus

Für den zweiten Lockdown erwarten die Forscher, dass die Zufriedenheit deutlich weiter sinkt, da nun mehr Jobs auf der Kippe stehen und vielen Familien Geld in der Kasse fehlt.

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Wie es 1973 um die Gleichberechtigung von Frauen und insbesondere Müttern stand, zeigt eine #BR24Zeitreise zum heutigen Welttag der Frau.

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