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Bamberger Mahnwache Asyl jetzt als Podcast | BR24

© Bamberger Mahnwache Asyl/Mirjam Elsel

Die Bamberger Mahnwache Asyl ist jetzt als Podcast verfügbar

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    Bamberger Mahnwache Asyl jetzt als Podcast

    Die Organisatoren der Bamberger Mahnwache Asyl gehen in der Corona-Krise neue Wege. Wie die Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsbegleitung im Dekanatsbezirk Bamberg mitteilt, erscheint die Mahnwache seit dieser Woche als Podcast.

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    Mehr als drei Jahre versammelten sich jeden Montag um 18.00 Uhr 60 bis 300 Menschen am Gabelmann in der Bamberger Innenstadt. Die Mahnwache bot eine Möglichkeit, um sich für faire Asylverfahren und eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik einzusetzen. Wegen der Corona-Krise müssen die Organisatoren der Bamberger Mahnwache Asyl jetzt neue Wege gehen und setzen auf einen Podcast.

    Podcast Bamberger Mahnwache Asyl

    Der Podcast erscheint jeden Montag neu und ist jeweils ab 18 Uhr im Internet unter https://soundcloud.com/mahnwache-bamberg abrufbar. Das Mahnwachenteam möchte nun mit dem Podcast eine Plattform schaffen, um aktuelle Informationen weiterzugeben und Geflüchteten in ihrer Situation eine Öffentlichkeit geben, heißt es weiter.

    "Auch wenn das öffentliche Leben still steht, die humanitäre Tragödie an der griechisch-türkischen Grenze und die prekäre Situation von Geflüchteten hier bei uns, besteht weiterhin. Jetzt kommt noch die Angst vor Corona dazu." Mirjam Elsel, Bamberger Mahnwache Asyl

    So setzt sich auch der erste Mahnwachen-Podcast mit der aktuellen Situation von Geflüchteten in der Anker-Einrichtung Oberfranken auseinander. Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat erklärt, womit Geflüchtete in Zeiten von Corona zu kämpfen haben und wie sich ihre Situation noch einmal verschlechtert. Geflüchtete berichten von ihrer Situation und ihren Sorgen aus der Anker-Einrichtung. Zu hören ist afrikanischer Rap aus der Anker-Einrichtung und Janosch Freuding wirft in seinem Beitrag einen Blick auf die dramatische Situation in den Lagern in Griechenland.

    Forderungen an die Politik

    Das Mahnwachenteam hat dazu einen offenen Brief an die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen verfasst. Darin fordern die Mitglieder der Mahnwache, dass Vorsorgemaßnahmen umgesetzt, verlässliche Informationen an die Bewohnerinnen und Bewohner zügig weitergegeben und gefährdete Personengruppen auf kleinere Unterkünfte verteilen werden. Die Mahnwache wird veranstaltet vom Netzwerk Bildung und Asyl, der Flüchtlingsinitiative Freund statt fremd, der Interreligiösen Fraueninitiative, der Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsarbeit im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Bamberg und Geflüchteten.

    Reaktion auf offenen Brief

    Auf den offenen Brief des Mahnwachenteams hat die Regierung von Oberfranken reagiert. Als Betreiber der Einrichtung habe man ein Maßnahmenpaket geschnürt, um einen bestmöglichen Schutz für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für alle Bamberger Bürger zu gewährleisten, heißt es in einem Schreiben. Insgesamt umfasst der Brief 14 Maßnahmen.

    Maßnahmenkatalog der Regierung von Oberfranken

    Unter anderem wird seit dem 4. März jeder Neuankömmling auf das Coronavirus getestet, auch Bewohner mit Symptomen werden getestet. Erst wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, werden die Neuankömmlinge auf Wohnungen verteilt. Bis dahin verbleiben die Menschen in einem extra eingerichteten Transitbereich. Außerdem wird bei jeder Person, die zum medizinischen Dienst möchte systematische die Temperatur gemessen. Informationsblätter in verschiedenen Sprachen sollen die Bewohner auf dem Laufenden halten, auch über Hygienebestimmungen.

    Weitere Vorkehrungen

    Verschiedene soziale Einrichtungen (Café, Kurse, Schulen und Kinderbetreuung) wurden eingeschränkt, um Menschenansammlungen zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden. Außerdem werden vermehrt Hygieneartikel ausgegeben. Die Sitzplätze in der Mensa wurden reduziert, es wurde ein "Take-Away-Schalter" geschaffen und die Bewohner sind aufgefordert einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu wahren.