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Bamberg: Schlag gegen Cybertrading-Kriminalität

Die Zentralstelle Cybercrime Bayern kann einen weiteren Erfolg im Kampf gegen Cybertrading-Kriminalität vermelden. Elf Tatverdächtige konnten in Israel und Georgien festgenommen werden. Ausgangspunkt war eine Anzeige aus Weiden in der Oberpfalz.

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Claudia GrimmerClaudia GrimmerFlorian DeglmannFlorian Deglmann
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Der Zentralstelle Cybercrime Bayern, ZCB, ist in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Behörden ein weiterer Schlag gegen Cybertrading-Kriminalität gelungen. In Georgien und Tel Aviv wurden dabei acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 27 und 47 Jahren festgenommen.

Dabei handelt es sich um eine Führungsgruppe, die weltweit vorgetäuscht hat, bei Online-Plattformen gewinnbringend Gelder anzulegen. Tatsächlich verfolgten die Beschuldigten jedoch das Ziel, das Geld argloser Anleger selbst zu behalten. Die Schadenssumme beläuft sich nach ersten Schätzungen der Cybercrimestelle in Bamberg auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. In Georgien habe die Gruppe mehrere Callcenter betrieben, die lokalisiert werden konnten.

Anlagebetrug im großen Stil: Anzeige aus der Oberpfalz

Ausgangspunkt der Razzia war die Anzeige eines Anlegers aus Weiden in der Oberpfalz. Er war vor drei Jahren auf der Plattform GetFinancial Opfer von Anlagebetrug geworden war. Durch umfangreiche Ermittlungen sei es gelungen, die Tatverdächtigen zu identifizieren.

Neben der Anlageplattform GetFinancial wurden Verbindungen zu weiteren betrügerischen Plattformen wie ProCapitalMarkets und MyCoinBanking hergestellt. An den Ermittlungen waren Polizeidienststellen in der Oberpfalz, Schwaben Süd/West und München gemeinsam mit der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg beteiligt.

Zentralstelle Cybercrime kooperierte mit Georgien und Israel

Die ZCB, die in Bayern für die Bekämpfung des Kriminalitätsphänomens "Cybertrading" zentral zuständig ist, führte die bereits anhängigen Verfahren zu den unterschiedlichen Plattformen zusammen und nahm aufgrund der Spurenlage mithilfe von Eurojust, der Agentur der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen, Kontakt zu den zuständigen Ermittlungsbehörden in Georgien und Israel auf.

Haftbefehle gegen elf Tatverdächtige

Die im In- und Ausland zusammengetragenen Beweismittel führten zum Erlass von Haftbefehlen durch das Amtsgericht Bamberg. Am 19. Oktober wurden daraufhin in Israel und Georgien vier israelische, sechs georgische und ein russischer Staatsangehöriger festgenommen. Die Auslieferung der Festgenommenen wurde beantragt. Insgesamt wurden bei der Aktion 15 Objekte durchsucht.

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