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Bamberg liegt im Trend bei internationalen Studierenden | BR24

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Dass die Eliteuniversitäten in München Forscher und Studierende aus aller Welt anziehen, ist keine Überraschung. Mittlerweile haben aber auch die mittelgroßen Universitäten und Hochschulen aufgeschlossen wie Bamberg, Bayreuth, Augsburg oder Passau.

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Bamberg liegt im Trend bei internationalen Studierenden

Bayerische Hochschulen profitieren von den "Uni-Leuchttürmen" in München: kleine und mittlere Universitäten werden immer attraktiver. Vor allem Bamberg liegt bei internationalen Studierenden im Trend.

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Deutschland steht auf der Beliebtheitsliste von Studierenden an vierter Stelle - gleich hinter angelsächsischen Ländern wie den USA. In den letzten Jahren hat dieser Trend auch Bayerns Hochschulen und Unis in den Regionen erreicht. Hochschulen in der Oberpfalz, in Franken, Schwaben und in Ober- und Niederbayern holen international auf. Ihre weltweiten Kooperationsnetze, mit denen sie Forschungsvorhaben im Ausland unterstützen, Partnerschaften mit Universitäten weltweit und das europäische Erasmusprogramm sorgen für ihre wachsende Beliebtheit.

Kleine Studienorte legen zu

An der Universität Bamberg hat sich die Zahl der internationalen Absolventen in zehn Jahren fast verdoppelt, heute kommen kluge Menschen aus 100 Ländern zum Studium hierher, inzwischen sind es 12,3 Prozent der Studentenschaft. Wie überall im Freistaat stehen an erster Stelle Chinesen, aber auch viele Menschen aus Österreich, Italien und der Ukraine studieren an der Universität und machen hier ihren Abschluss.

"Wir haben in knapp 70 Ländern über 350 Partnerunis für unsere Austauschprogramme", sagt Dr. Andreas Weihe vom International Office der Universität Bamberg. "500 Bamberger gehen für einen längeren Aufenthalt ins Ausland. Damit wir sie schicken können, nehmen wir deren Studenten hier auf, das ist einfach ein direktes Geben und Nehmen."

Internationale Freundschaften an spezialisierten Universitäten

In Bamberg locken nicht Naturwissenschaften, sondern Sprachen und Gesellschaftswissenschaften die ausländischen Gäste. Über ein Austauschsemester im Bachelor hat auch Maria Svidryk aus der Ukraine Bamberg als Universität entdeckt.

Mit der Universität Lemberg hat Bamberg eine enge Partnerschaft. "In der Ukraine, da hab ich Germanistik studiert, vor allem Übersetzen und Dolmetschen," erzählt Svidryk. "Und hier in Deutschland hab ich meinen Schwerpunkt bisschen gewechselt und hab mit Literatur und Medien angefangen. Und dadurch bisschen mehr mein Deutsch verbessert."

Nach Studium 18 Monate Zeit, um Arbeitsstelle zu finden

Deutschkenntnisse sind gerade in kleineren Universitätsstädten wichtig, um Anschluss zu finden. Auch wenn die Universität die Studierenden organisatorisch unterstützt und das International Office bei der Zimmersuche hilft. Nebenjobs in Gastronomie und im Tourismus- und Kunstbereich finden in Bamberg alle Studierenden, unabhängig von ihrem Herkunftsland. Und auch Freundschaften ergeben sich hier rasch - und berufliche Perspektiven.

"Die, die also bleiben möchten, haben 18 Monate Zeit nach ihrem Studium, eine richtige Arbeitsstelle zu finden, für die gibt's auch Bedarf", so Weihe. "Aber nicht alle bleiben hier."

Neue Perspektiven dank der Internationalisierung

Maria Svidryk und ihre Freundinnen, mit denen sie zum Masterstudiengang nach Bamberg gekommen ist, zeigen, wie unterschiedlich die internationalen Studierenden ihr Studium und den Abschluss nutzen wollen: Eine will zurück nach Lemberg und in der Ukraine als Deutschlehrerin arbeiten. Die zweite beginnt jetzt in Bamberg noch eine Erzieherinnen-Ausbildung. Und Maria Svidryk möchte weiterhin in Bayern leben und im Medienbereich arbeiten.

Die Universität hat, wie viele andere, eigens Studiengänge in englischer Sprache aufgelegt und erhält darauf international großen Zuspruch. Beliebtester Studiengang ist der viersemestrige Masterstudiengang International Software Systems Science. Aktuell sind hier über 80 Prozent ausländische Studierende eingeschrieben.

Die internationale Erfolgsgeschichte birgt aber auch eine neue Gefahr: Eine wachsende Zahl von Studierenden könnte zukünftig ohne Deutschkenntnisse anreisen. Chinesen, Pakistaner und Inder müssten sich nicht in die bayerische Lebenswelt integrieren, bis ihr Master in drei Jahren gemacht ist. Dieser Entwicklung will die Universität mit neuen kulturellen und sprachlichen Angeboten vorbeugen - auch weil die Unternehmen in der Region gerne gut ausgebildete Fachkräfte einstellen.

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An Bayerns Unis studieren immer mehr internationale Studenten. Insgesamt sind es rund 55.000 junge Menschen. Ein neuer Rekord. Was macht unsre Unis so attraktiv? #fragBR24.